Verbundvorhaben: Miteinander erleben-Emotionen teilen; Teilvorhaben: ToCaro-I3: Intuitive integrierte Interaktion
Projekt ToCaro
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Abstract
Das Projekt ToCaro adressierte die Lücke digitaler Kommunikation, die durch fehlende haptische und emotionale Nähe entsteht. Soziale Interaktion und körperliche Nähe sind zentrale Faktoren für Lebensqualität, und bisherige digitale Lösungen wie Videokonferenzen können die emotionale Tiefe realer Begegnungen nicht vollständig ersetzen. ToCaro zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, und mit multisensorischen, haptischen Interaktionen über ein tragbares, textilbasiertes Objekt mit integrierten Sensoren, Aktuatoren und Kommunikationsmodulen eine "embodied experience" zu schaffen, die nonverbal Emotionen und körperliche Nähe transportiert - von einfachen Signalen wie "Ich denke an dich" bis zu komplexen mechanischen Interaktionen wie "animierte Emojis". Der Stand der Forschung zeigte, dass Verbundenheit ein elementares menschliches Bedürfnis ist, dessen Erfüllung für das körperliche und seelische Wohlergehen maßgeblich ist. Haptische Interfaces wurden erst seit kurzer Zeit in Bereichen wie computergestütztem Design oder Spielen eingesetzt, wobei zwischen force feedback und taktilen Geräten unterschieden wird. Kommunikative Anwendungen im Bereich "affective haptics" (z.B. HaptiHug oder Huggy Pyjama) sind noch nicht ausgereift für den häuslichen Gebrauch. ToCaro zielt auf künstliche Muskeln, die Vibrationen und lokale Druckimpulse ermöglichen. Smart Textiles, die elektronische Elemente wie Sensoren oder Aktoren enthalten, bieten zusätzliche funktionelle Eigenschaften und reagieren auf Umwelteinflüsse. Partizipatives Design und User Experience Design sind zentrale Methoden, um Nutzerbedürfnisse zu verstehen und die Akzeptanz des Systems zu gewährleisten. Der Ansatz von ToCaro ist neuartig, da er synchrone Interaktion um eine motorisch-haptische Komponente erweitert und synchrone mit asynchronen Interaktionsformen verbindet.
Die allgemeinen Ziele des Teilvorhaben waren die Förderung emotionaler Verbundenheit für verschiedene Nutzergruppen, wie getrenntlebende Paare, Kinder mit entfernten Großeltern oder vulnerable Kinder. Das DFKI übernimmt die konkreten Aufgaben: die technische Entwicklung von pneumatischen Aktuatoren und textilen Oberflächen mit integrierter Elektronik, die Forschung zu einer Ontologie für Interaktionsrepräsentation und Sensorfusion sowie die nutzerzentrierte Evaluierung inklusive partizipativem Design und psychologischer Analysen. Die Innovation liegt in der Kombination synchroner haptischer Interaktion mit asynchronen Elementen, was etablierte Fernkommunikation erweitert.
