Eine optimale Vitalität von Douglasien für die Zukunft multifunktionaler Wälder (VITADOU)

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii (Mirbel) Franco) ist die wichtigste eingeführte Baumart in Deutschland. Bis vor kurzem noch äußerst vielversprechend im Anbau treten seit einigen Jahren doch erhebliche Vitalitätsstörungen auf, die die Wirtschafter*innen zutiefst beunruhigen. Unter den Ursachen hierfür werden immer wieder Rußige Douglasienschütte (Nothophaeocryptopus gaeumannii) und Douglasiengallmücken (Contarinia spp) hervorgehoben. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt VitaDou darauf ab, die Schäden durch die Rußige Douglasienschütte und Douglasiengallmücken genauer zu untersuchen. Fraglich blieb bisher, ob eine mögliche (Teil-)Resistenz der Douglasien gegenüber der Rußigen Douglasienschütte genetische oder standörtliche Ursachen haben könnte. Deshalb waren die Ziele des Vorhabens

  1. die Vitalitätsstörungen der Bestände zu bestimmen und ökonomisch zu bewerten
  2. die Vitalitätsverluste genauer zu untersuchen und anamnetisch und kausal zu analysieren
  3. waldbauliche Empfehlungen zu erarbeiten. Entgegen den bisherigen Annahmen sind über 40 % der Douglasien in Rheinland-Pfalz geschädigt Das hat bisher allerdings nur in Ausnahmefällen zu mehr zufälligen Nutzungen geführt. Weniger geschädigte Bestände sind resistenter und resilienter gegen Trockenstress. Rußige Douglasienschütte und Zuwachs korrelieren invers. Selbst unter den als vital eingestuften Douglasien gab es im Untersuchungszeitraum 2022-2024 keine voll benadelten Bäume. Benadelung und Vitalitätsansprache korrelierten nicht unbedingt. Der Nadelverlust der Douglasien muss nicht irreversibel sein. Zwischen der Nadelretention und der Frühjahresfeuchtigkeit gab es einen schwachen Zusammenhang. Der Pseudothecienbesatz durch N. gaeumannii nimmt auf den Douglasiennadeln nicht von Jahr zu Jahr zu. Fruchtkörper von N. gaeumannii und Nadelretention stehen in keinem augenscheinlichen Zusammenhang. Die Fruchtkörperbildung durch N. gaeumannii wird von der Maiaridität des Vorjahres angetrieben. Die Trockengrenze für die Fruktifikation von N. gaeumannii liegt bei einer Maiaridität von etwa 15 mm/ °C. Unter sehr günstigen Frühjahrsbedingungen kann der Pilz bis zu ca. 25 Pseudothecien / mm Nadel bilden. Aber auch der Wurzelschwamm findet sich in nahezu allen Douglasien. Die Rußige Douglasienschütte und die Gallmücken treten flächendeckend auf. Die Schütteinfektion verschlechtert den Wasserstatus der Douglasien. Dennoch führt dies nicht konsistent zu einem beeinträchtigten Gaswechsel. Damit übereinstimmend wird das antioxidative System nicht aktiviert. Zumindest unter kontrollierten Bedingungen kann es aber trotzdem zu Schäden an den Biomembranen kommen. Die Schütteinfektion schädigt jedoch vor allem das Aufkommen an reduziertem Schwefel in Form von Glutathion regelmäßig signifikant. Sie beeinträchtigt damit nicht nur die Nadeln direkt, sondern schwächt die Douglasien systemisch. Alle Douglasienherkünfte sind in etwa gleich anfällig gegenüber N. gaeumannii. Es gibt keine herkunftsspezifischen Toleranzunterschiede. Möglicherweise gibt es jedoch herkunftsspezifische Unterschiede in der Resistenz gegenüber N. gaeumannii.

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