Verbundprojekt NeMo.bil - Entwicklung eines Systems kooperierender Fahrzeuge für einen nachhaltigen, individualisierten öffentlichen Verkehr (iÖV); Teilvorhaben: AP 1.3 Nutzerakzeptanz und Anwendungsszenarien
Abschlußbericht : Förderprogramm "Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien"
Date
Authors
Editor
Advisor
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Supplementary Material
Other Versions
Link to publishers' Version
Abstract
Im Rahmen des Verbundprojekts NeMo.bil hat das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) die sozialwissenschaftliche Forschung zur Nutzerakzeptanz und zu Anwendungsszenarien eines schwarmbasierten, individualisierten öffentlichen Verkehrssystems (iÖV) durchgeführt. Das Untersuchungsgebiet war der Kreis Paderborn - ein ländlich geprägter Kreis mit rund 300.000 Einwohnern, über 600 Autos pro 1.000 Einwohner und einem Marktanteil des öffentlichen Verkehrs von etwa zehn Prozent. Der Bericht präsentiert vier Ergebnisse. Erstens einen Katalog von Nutzeranforderungen: Tür-zu-Tür-Bedienung ohne Haltestellen oder Fahrpläne, kleine Fahrzeugkapazitäten von drei bis fünf Fahrgästen, Pooling mit einer Umwege Toleranz von maximal der Hälfte der ursprünglichen Reisezeit, vollständige Barrierefreiheit, Transparenz über den Fahrtverlauf sowie eine einfache, bereits bewährte App. Es wird empfohlen, Anwendungsfall 1 (individuelle Taxifahrten für die erste und letzte Meile) vor dem Konvoi-Betrieb zu priorisieren. Zweitens ein Umsetzungskonzept für einen Testbetrieb, das den Weg von der Definition der operationalen Design-Domäne (Operational Design Domain) über die Streckenauswahl bis zur Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO beschreibt und die Anforderungen an Depot, Ladeinfrastruktur sowie systematische Risikoanalyse spezifiziert. Drittens eine Analyse der Organisations- und Finanzierungsstruktur des deutschen Nahverkehrs, die zeigt, dass die Kombination aus gemeinwirtschaftlicher Verpflichtung, Besteller-Erbringer-Modell und langfristigen Verkehrsverträgen unternehmerische Dynamiken und damit die Einführung innovativer Angebote systematisch ausschließt. Viertens ein Vorschlag für eine Neuordnung: Die Grundversorgung verbleibt beim öffentlichen Verkehr, während die flexible Nachfrage kommerziell nach dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG) bedient und über Kombi-Angebote mit Zeitkarten verknüpft wird.
