AUTONOMIC - Entwicklungsbedingte Auswirkungen von Epilepsie auf die autonomen Funktionen beim Dravet-Syndrom
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Hintergrund: Das Dravet-Syndrom (DS) ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für plötzlichen unerwarteten Tod bei Epilepsie (SUDEP) assoziiert. Die zugrundeliegenden Mechanismen der autonomen kardiorespiratorischen Dysregulation bleiben jedoch unklar.
Methodik: Im Rahmen der translationalen AUTONOMIC-Studie wurden klinische Daten von 92 DS-Patienten (prospektive 48-h-Video-EEG-Polysomnographie mit zentraler EKG- und Atemsignalanalyse) mit präklinischen Befunden eines Scn1aRH/+‑Mausmodells integriert. Ziel war die Identifikation robuster Biomarker zur Risikostratifizierung.
Ergebnisse: Zentrale Schlafapnoen traten selten auf und wiesen keine Assoziation mit SUDEP auf. Stattdessen korrelierte das SUDEP-Risiko maßgeblich mit der kumulativen Anfallslast sowie einer eingeschränkten postiktalen Ventilationsregeneration. Sowohl im Mausmodell als auch bei Patienten zeigten sich chronische Anomalien der Herzfrequenzvariabilität (HRV) und erhöhtes respiratorisches Variabilitätsmuster, die prädiktiv für autonome Dysfunktionen waren. Präiktale HRV-Veränderungen waren bereits Minuten vor Anfallsbeginn nachweisbar.
Schlussfolgerung: Das SUDEP-Risiko beim DS resultiert primär aus der Anfallslast und einer beeinträchtigten autonomen Erholungsfähigkeit, nicht aus zentralen Apnoen. HRV- und respiratorische Variabilitätsparameter eignen sich als vielversprechende, translationale Biomarker für die zukünftige Risikostratifizierung und gezielte Prävention.
