WIR! Plexim; Teilprojekt: Untersuchungen von Extrakten aus G. sulphuraria an Hautzelllinien zur Evaluierung antientzündlicher Effekte
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Abstract
Algen sind zukunftsweisende Rohstoffe, deren wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Carotinoide und Polyphenole jedoch durch robuste Zellwände geschützt sind. Da herkömmliche Aufschlussmethoden oft energieintensiv und aufgrund hoher Hitzeentwicklung materialschädigend wirken, evaluiert die Bioactive Food GmbH im Projekt "PLEXIM" ein innovatives Plasma-Verfahren des INP. Im Vergleich zu mechanischen Methoden wird dabei untersucht, inwieweit der schonende physikalische Aufschluss von Mikroalgen die Extraktion und Bioverfügbarkeit der bioaktiven Substanzen verbessert.
Insgesamt konnte in zahlreichen Versuchen gezeigt werden, dass die Plasma-Methode oft eine ähnliche starke Wirkung beim Aufschluss der verwendeten Mikro- und Makroalgen aufweist, wie die kombinierte Anwendung von Ultraschall und Kugelmühle. Die Plasma-Methode ist somit grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung zu den etablierten Aufschlussmethoden, um aktive Naturstoffe aus Algen extrahieren zu können. Allerdings zeigten die Experimente auch, dass bestimmte aktive Substanzen manchmal deutlich stärker freigesetzt werden. Dies gilt insbesondere bei den Extrakten, die die Expression von TNFalpha erhöhen. Offenbar ist das Profil an pro- bzw. antientzündlichen Substanzen zumindest bei den untersuchten Rohstoffen bzw. Algen anders (im Vergleich zu den eingesetzten Verfahren Ultraschall und Kugelmühle). Weiterhin ist es wichtig, den Energieeintrag bei dem Einsatz des Plasmaverfahrens genau zu bestimmen, um eine möglichst gute Wirkung erzielen zu können. Möglicherweise werden aktiven Substanzen durch Wärme oder Radikale teilweise chemisch modifiziert und dadurch inaktiviert. Weiterhin zeigen die Versuche in den Zellkulturassays, dass die Extrakte möglicherweise eine gute Grundlage darstellen, um pflegende Kosmetika oder auch Nahrungsergänzungsmittel gegen chronische entzündliche Erkrankungen der Haut entwickeln zu können.
