Verbundprojekt GlobalTip: Prodigy 2 - Regionale Entwicklungsperspektiven im Globalen Wandel: Entwicklungsstrategien zur Vermeidung von Grenzüberschreitungen systemischer Kippunkte in Amazonien; Teilprojekt 6: Szenarien und Wissensverbreitung
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Abstract
Die fortschreitende Zerstörung des Amazonasregenwalds hat weitreichende ökologische und gesellschaftliche Folgen. Die BMFTR-Projekte PRODIGY 1 (2019–2023) und PRODIGY 2 (2023–2025) untersuchten diese Auswirkungen am Beispiel der MAP-Region im Grenzgebiet zwischen Peru (Madre de Dios), Brasilien (Acre) und Bolivien (Pando). Ziel war es, das Verständnis der dortigen sozial-ökologischen Systeme zu vertiefen und nachhaltige Entwicklungsoptionen aufzuzeigen. Im Mittelpunkt stand der Boden als potenzielles Kippelement, dessen Degradation Kaskaden weiterer Kipppunkte in ökologischen und gesellschaftlichen Systemen auslösen kann (Froese et al., 2023). Die Forschungsarbeiten der Universität Kassel in PRODIGY 2 bauten auf den methodischen und technischen Grundlagen des Vorgängerprojekts auf und konzentrierten sich auf zwei Schwerpunkte. Erstens wurde das in PRODIGY 1 entwickelte Integrierte Modellsystem (IMS) zur Analyse von Rückkopplungen in sozial-ökologischen Systemen weiterentwickelt. Hierfür wurden standardisierte Rasterkarten von Landnutzungsänderungen als Eingabedaten für das Klimamodell WRF erstellt, um die Auswirkungen von Entwaldung auf regionale Niederschlags- und Temperaturmuster sowie mögliche nichtlineare Dynamiken zu analysieren (Hasson et al., 2023). Zudem wurde das Modell LandSHIFT um ein Politikmodul erweitert, das räumlich differenzierte Governance- und Steuerungsmechanismen in die Simulation regionaler Landnutzungsentwicklungen integriert. Zweitens dienten die in PRODIGY 1 entwickelten Szenarien als Grundlage für antizipative Nachhaltigkeitsszenarien. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche zukünftigen Landnutzungssysteme in Madre de Dios, Acre und Pando als wünschenswert gelten und welche Governance- und Transformationsprozesse erforderlich sind, um nachhaltige und resiliente Landnutzungssysteme zu fördern.
