HarMobi - Harmonizing Mobility: Wie Verkehrsdaten das Miteinander verschiedener Verkehrsteilnehmer und eine sichere Verkehrsinfrastruktur fördern können
Abschlussbericht für das Verbundvorhaben
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Abstract
Das Mobilitätsverhalten hatte sich durch die wachsende Nutzung von Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern deutlich verändert. Klassische Verkehrssicherheitsanalysen erfassten jedoch überwiegend bereits eingetretene Unfälle; kritische Situationen ohne Unfallfolge blieben häufig unberücksichtigt. HarMobi hatte daher das Ziel, Gefahren- und Konfliktursachen frühzeitig zu erkennen. Dazu wurden heterogene Unfall-, Infrastruktur-, Verkehrs- und Sensordaten harmonisiert und verknüpft sowie smartphonebasierte Verfahren zur Erfassung und Analyse kritischer Fahrmanöver entwickelt und in Aachen und Hannover erprobt. HarMobi entwickelte eine durchgängige Methodik von der smartphonebasierten Datenerfassung über die automatische Erkennung starker Brems- und Ausweichmanöver und das Map Matching bis zur Verknüpfung mit Unfall-, Infrastruktur- und Kontextdaten. In Aachen wurden mit 146 Teilnehmenden 2.815 Fahrradfahrten über rund 12.507 km erfasst und 516 kritische Ereignisse identifiziert; in Hannover kamen 702 Fahrten über 3.526 km und 54 Ereignisse hinzu. Das Map Matching erreichte bei der Validierung eine Erfolgsrate von über 90 %. Die Ergebnisse zeigen, dass kinematische Ereignisse als Surrogate Safety Indicators die klassische Unfallanalyse sinnvoll ergänzen und ein proaktives Screening potenzieller Gefahrenbereiche ermöglichen. Eine Integration in das Analysewerkzeug SMART wurde erprobt; mit der App CycleSense sowie Bosch eBike Systems wurden Anwendungen wie Gefahrenstellenwarnungen und sicherheitsbezogenes Routing betrachtet. Anonymisierte Ereignisstandorte aus Aachen und Hannover wurden über die Mobilithek veröffentlicht.
