Innovationsräume Bioökonomie - BIOTEXFUTURE - BioTexCirc
Abschlussbericht
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Abstract
Das BioTexCirc‑Projekt leistet einen bedeutenden Beitrag zu den zentralen Zielen von BIOTEXFUTURE, indem es zeigt, wie biobasierte Materialien, neue Recyclingtechnologien und sozioökonomische Erkenntnisse zusammenwirken können, um den Übergang von fossilbasierten zu biobasierten Textilsystemen zu unterstützen. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Untersuchung und Bewertung einer chemischen Recyclingroute für biobasiertes Polyamid 11 (PA11), womit nachgewiesen wurde, dass dieses Material grundsätzlich in einer erneuerbaren und ressourceneffizienteren Wertschöpfungskette zirkulieren kann. Aus materieller Sicht unterstützt das Projekt das Ziel, eine nachhaltige biobasierte Rohstoffbasis aufzubauen. Die erfolgreiche Depolymerisation und Reinigung von PA11 - und ein klareres Verständnis der für die Repolymerisation erforderlichen Bedingungen - zeigen, dass biobasierte Polyamide abgebaut und wieder aufgebaut werden können, sodass sie innerhalb technischer Kreisläufe verbleiben und nicht vollständig auf neue landwirtschaftliche Rohstoffe angewiesen sind. Das Projekt stärkt zudem die prozessorientierten Ziele von BIOTEXFUTURE. Laborarbeiten am Fraunhofer IAP, kombiniert mit den industriepraktischen Einblicken von adidas in Textilkonstruktionen, Ausrüstungen und Färbeprozesse, ermöglichten ein realistisches Verständnis dafür, wie Textilien sich während des chemischen Recyclings verhalten. Die Identifizierung der chlorbedingten Barriere, die die Repolymerisation zunächst verhinderte, sow ie deren Lösung durch den Umstieg auf Schwefelsäure, stellt einen wichtigen Fortschritt bei der Anpassung von Recyclingprozessen an biobasierte Spezialpolymere dar. Darüber hinaus lieferten die zusammen mit dem nova‑Institut durchgeführten Ökobilanzen (LCA) und Techno‑Ökonomischen Bewertungen (TEA) eine Einschätzung der ökologischen und wirtschaftlichen Machbarkeit. Während der aktuelle Laborprozess noch nicht wettbewerbsfähig ist, zeigen die Analysen, dass unter industriellen Bedingungen - etwa mit kontinuierlicher Prozessführung, Wärmeintegration, Lösungsmittelrückgewinnung und dem Einsatz erneuerbarer Energie - recyceltes PA11 deutlich geringere Umweltauswirkungen als neu hergestelltes PA11 erreichen könnte. Diese Erkenntnisse geben wertvolle Orientierung für die Weiterentwicklung von Recyclingtechnologien, die sowohl praxistauglich als auch nachhaltig sind. Das Projekt trägt zudem zur breiteren gesellschaftlichen Transformation hin zu einer biobasierten Wirtschaft bei. Durch die Analyse von Anforderungen aus Industrie, Regulierung und Verbrauchersicht sowie durch die Klärung von Faktoren wie Materialreinheit, Transparenz und Design‑for‑Recycling liefert BioTexCirc wichtige Hinweise für zukünftige politische Instrumente und Rahmenbedingungen der Kreislaufwirtschaft, einschließlich der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) und digitaler Produktpässe. Schließlich hat BioTexCirc das Innovationsökosystem rund um kreislauffähige Textilien gestärkt. Die Zusammenarbeit mit BIOTEXFUTURE-Partnern und externen Initiativen wie dem EU-geförderten Forschungsprojekt T‑REX und dem BIOTEXFUTURE Projekt TransitionLab hat den Wissensaustausch und die methodische Abstimmung gefördert, was künftigen Projekten in diesem Bereich zugutekommen wird. Insgesamt unterstützt BioTexCirc die Mission von BIOTEXFUTURE, die textile Wertschöpfungskette erneuerbarer, ressourceneffizienter und zirkulärer zu gestalten, und schafft eine belastbare Grundlage für zukünftige Forschung, Regulierung und technologische Skalierung.
