Naturparke und Biosphärenreservate als regionale Kommunikationsplattformen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung; Akronym: NaBioKom
Schlussbericht zum Vorhaben
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Abstract
Der Wald in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen durch Klimawandel, Kalamitäten und konkurrierende Nutzungsansprüche. Vor diesem Hintergrund untersuchte das Projekt NaBioKom die Rolle von Naturparken (NRP) und Biosphärenreservaten (BR) als Plattformen für den Wald-Dialog. Ziel war es, praxisnahe Handlungsempfehlungen für diese Gebiete, regionale Akteur:innen sowie politische Entscheidungsträger:innen zu entwickeln. Das Projekt verfolgte einen transdisziplinären Ansatz mit drei Pilotregionen. Grundlage bildeten eine Status-quo-Analyse, eine deutschlandweite Online-Befragung sowie Reallaborprozesse mit Interviews, Dokumentenanalysen und insgesamt 16 Dialogveranstaltungen. Die Ergebnisse wurden in einem Leitfaden mit Good-Practice-Beispielen und Checklisten aufbereitet und durch verschiedene Transferformate verbreitet. Die Handlungsmöglichkeiten von NRP und BR im Rahmen von Wald-Dialogen hängen wesentlich von internen Faktoren wie personellen und finanziellen Ressourcen, fachlicher Expertise, thematischen Schwerpunkten und bestehenden Kommunikationsstrukturen ab. Die Reallaborprozesse in den NaBioKom-Pilotregionen zeigen jedoch einen klaren Mehrwert für Großschutzgebiete, sich aktiv an Wald-Dialogen zu beteiligen. Zentrale Voraussetzung hierfür ist eine bewusste und transparente Klärung der eigenen Rolle im Dialogprozess. Der NaBioKom-Leitfaden bündelt die im Projekt gewonnenen Erfahrungen und bietet praxisnahe Empfehlungen zur Auswahl geeigneter Dialogthemen, zur Einbindung regionaler Akteur:innen, zur Wahl passender Veranstaltungsformate sowie zur Stärkung der Rolle von NRP und BR in der Region. Ein „Themenspeicher“ verdeutlicht die Bandbreite möglicher Dialogthemen, die sich an gemeinsamen Herausforderungen, Konfliktpotenzialen und Zukunftsfragen orientieren. Als zentrale Aufgabenfelder von NRP und BR im Wald-Dialog wurden insbesondere Netzwerkbildung, Projektinitiierung, Wissenstransfer sowie Moderation, Vermittlung und Koordination identifiziert. Trotz bislang häufig sektoraler oder bilateraler Arbeitsweisen zeigt das NaBioKom-Projekt eine ausgeprägte Dialogbereitschaft regionaler Akteur:innen und das Potenzial für Annäherung zwischen unterschiedlichen Interessenlagen. Moderierte Wald-Dialogprozesse, koordiniert durch NRP oder BR, ermöglichen eine konstruktive Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung gemeinsamer Handlungsansätze. Regionale Akteur:innen profitieren dabei von erweiterten Netzwerken und größerer Reichweite, intensivem Wissenstransfer, Perspektivenaustausch sowie der möglichen Rolle der Koordination, oder Moderation von NRP und BR. Politische Entscheidungsträger:innen und Verbände stehen vor der Aufgabe, das Zusammenwirken regionaler Akteur:innen für klimaresiliente Wälder zu stärken und eine ausgewogene, interessenausgleichende sowie ökosystemleistungsübergreifende Waldbewirtschaftung sicherzustellen. NRP und BR fungieren dabei als intermediäre Akteur:innen und Kommunikationsplattformen, die Kooperationen und einen Perspektivenaustausch zwischen Ministerien, Kommunen, Verbänden, Behörden und Betrieben fördern.
