Clinical Leave Programme: Prevalence of non-tuberculous infections in patients with presumed tuberculosis disease in Gabon - a proof-of-principle study (Acronym: NoTB-Study)
final report on the DZIF project
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Abstract
Ziele des Vorhabens: Tuberkulose (TB) ist in Endemiegebieten wie Gabon eine der häufigsten Todesursachen.Allerdings können Patienten mit TB-ähnlichen Symptomen (z. B. Husten, Fieber, Gewichtsverlust) fehldiagnostiziert werden oder erhalten hierdurch eine unzureichende Therapie, weil andere Infektionen wie nicht-tuberkulöse Mykobakterien, Pilze oder Parasiten (z.B. Paragonimiasis) auf eine anti-TB Therapie nicht ansprechen. Ziel des Projekts war es, die Häufigkeit von Nicht-TB-Infektionen bei Patienten mit Verdacht auf Tuberkulose zu ermitteln.
Methodik: Durchführung: Das Projekt wurde in Lambaréné (Gabon) am Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) durchgeführt. Es umfasste die Rekrutierung und Nachbeobachtung von 103 hospitalisierten Erwachsenen mit TB-Verdacht sowie umfassende Laboruntersuchungen vor Ort (z. B. Pilzkulturen, Parasiten-Nachweis, HIV- und TB-Tests) sowie Probenversand an deutsche Partner. Tiefgehende Analysen in Deutschland beinhaltetn u.a. metagenomische Sequenzierung von Atemwegsproben, gezielte PCRs für Histoplasmose, Blastomykose, Aspergillose, sowie die Untersuchung auf Paragonimiasis. Vor Ort erfolgte parallel dazu eine qualitative Studie mit StudienteilnehmerInnen und Gesundheitsversorgern zur Identifikation von Hürden in der Diagnostik und Therapie bei schweren Atemwegserkrankungen.
Wesentliche Ergebnisse:
Hohe Mortalität: Bei hospitalisierten Patienten mit TB-Verdacht (TB wurde bei einem Drittel diagnostiziert) lag die 2-Monats-Mortalität bei 12% - unabhängig davon, ob eine TB vorlag oder nicht. Risikofaktoren hierfür waren HIV-Infektion, Rauchen, Alkoholkonsum, ländliche Herkunft und niedriger sozioökonomischer Status
Häufigkeit von Nicht-TB-Infektionen: Die Mykobakterienkultur war in 11% suggestiv für NTM (Bestätigung ausstehend). Schnelltests waren positiv für Histoplasmose (6%), Kryptokokkose (3%), Bestätigung durch das RKI ist ausstehend. Metagenomische Sputumuntersuchung zeigte relevante Pathogene wie Pseudomonas, Haemophilus, Pneumokokken, u.a. bei Probanden mit und ohne TBInfektion an (Superinfektion, alternative Diagnose). Paragonimus wurde parasitologisch und serologisch nicht diagnostiziert, jedoch zeigten über 10% der Patienten hatten parasitäre Infektionen (z.B. Schistosomiasis, Strongyloidose).
Entwicklung neuer Diagnostika sowie Zwischenwirtsuche für Paragonimiose: Wir haben einen rekombinanten Antigen-ELISA für die Serodiagnose von Paragonimiasis in Zusammenarbeit mit dem DKFZ Heidelberg entwickelt. Es wurden 3 Antigene identifiziert, die Antikörper in Paragonimiasis nachweisen konnten, in den Probenden aus Gabun (alle negativ) zeigten sich keine positiven Fälle, was für eine gute Spezifität spricht; weitere Untersuchungen sind in endemischen Regionen angezeigt. In Kollaboration mit dem Natural History Museum London (DZIF Workshop 2025 in Gabun) konnten wir den endemischen Status der Paragonimiasis in Gabun durch den Nachweis von Paragonimus Metacercarien in lokalen Flusskrebsen morphologisch und molekulargenetisch bestätigen und haben zudem eine Feldstudie zur Identifizierung des bisher nicht bestätigten 2. Zwischenwirtes (Schnecken) durchgeführt.
