FLUSH2FIBER: Rückgewinnung hochwertiger Cellulosefasern aus kommunalen Abwässern als Rohstoff für die Papierindustrie
Schlussbericht
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Abstract
Das Projekt FLUSH2FIBER untersuchte das Potenzial der Rückgewinnung hochwertiger Cellulosefasern aus kommunalen Abwasserströmen zur Nutzung in der Papierindustrie. Toilettenpapier, das überwiegend aus Primär- oder hochwertigen Recyclingfasern besteht, wird nach Gebrauch aus dem Stoffkreislauf entfernt und energetisch verwertet. Ziel des Vorhabens war es, diese Fasern qualitätsgesichert zurückzugewinnen, hygienisch zu behandeln und ein vermarktbares Anlagenkonzept für Kläranlagen zu entwickeln. Untersuchungen zeigen, dass kommunale Abwasserströme ein erhebliches Faserpotenzial bieten, insbesondere in primärschlammnahen Fraktionen. Proben der Referenzkläranlage Dresden-Kaditz ergaben Faseranteile von über 40 % im Primärschlamm mit mittleren Faserlängen zwischen 0,74–0,85 mm, die mit Altpapierfasern vergleichbar sind. Herausforderungen bestehen jedoch in der hygienischen Qualität, da die Fasern Keimzahlen im Bereich von 10⁵–10⁸ KBE/100 ml aufweisen, sowie in der Entfernung von Störstoffen und Geruch. Laborversuche zeigten, dass bestehende Methoden der Papierindustrie zur Entfernung von Störstoffen grundsätzlich anwendbar sind. Eine gezielte Hygienisierung und Reinigung ist jedoch entscheidend, um die Fasern als Rohstoff in der Papierindustrie zu etablieren. Eine Patentrecherche ergab, dass bestehende Technologien zwar ähnliche Ansätze verfolgen, aber eine spezifische Kombination aus Faserabtrennung, Hygienisierung und Anpassung an die Papierindustrie bisher nicht umgesetzt wurde. Insgesamt könnte die Rückgewinnung von Cellulosefasern aus Abwasserströmen eine nachhaltige Sekundärfaserquelle darstellen. Die Ergebnisse der Sondierungsphase bilden die Grundlage für eine Machbarkeitsphase, in der Hygienisierungs- und Reinigungsverfahren sowie ein modulares Anlagenkonzept weiterentwickelt werden sollen.
