Kartieren und transformieren. Interdisziplinäre Zugriffe auf Stadtkarten als visuelles Medium urbaner Transformation in Mittel- und Osteuropa, 1939-1949; Teilprojekt: Methodenentwicklung der Spatial Digital Humanities zum Verständnis von Karten als Instrumente zur Transformation des historischen Baubestandes und des sozioökonomischen Profils von Städten; [KAR_SOZIALKARTOGRAPHIE]; Programm BMBF "Kleine Fächer - Zusammen stark"

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Trotz umfangreicher Untersuchungen zu Kriegszerstörung und Wiederaufbau in Europa (Diefendorf, 1993; Durth & Gutschow, 1993; Hohn, 1991; Pendlebury et al., 2009) gibt es nur wenige quantitative Studien zur langfristigen urbanen und sozialen Entwicklung der Städte nach Bombenzerstörungen. Archivrecherchen können Kriegsschadenskarten und Planungsabsichten aus der Nachkriegszeit aufdecken, doch selten wird gemessen, wie diese die Städte veränderten. In der kritischen Kartografie wird zunehmend untersucht, wie Kriegsschäden und thematische Karten als interdisziplinäre historische Quellen dienen (Black, 2018; Elżanowski & Enss, 2021). Für Forscher in Architekturgeschichte, historischer Geografie, Planung und Denkmalschutz bieten diese Karten wertvolle visuelle Informationen über Nachkriegsstädte und laden zu kritischer Analyse ein. Jüngere Studien messen den städtischen Wandel quantitativ mit neuen Methoden der digitalen Kartographie (Fleischmann et al., 2022; Mohamed et al., 2022; Venerandi et al., 2018), jedoch wurden diese selten auf historische Karten angewandt. Durch den Einsatz von Spatial Digital Humanities und eines Geografischen Informationssystems (GIS) baut dieses Teilprojekt Kar_Sozialkartographie auf den Konzepten der "Spatial History" und des "Historical GIS" auf, die Zeit und Ort miteinander verbinden (Campbell, 2016). GIS wird hier nicht nur als Visualisierungs- und Analysewerkzeug genutzt, sondern ermöglicht die Arbeit mit raumbezogenen Modellen, die durch historische Kartografie-Daten bereichert sind. Dies erlaubt es, Karten auf neuartige Weise zu analysieren, und neue Fragen zu erörtern, wodurch tiefere Einblicke in die historischen Geografien und den Wandel der Städte entstehen. Dieses Teilprojekt hat diesen theoretischen Rahmen aufgegriffen und erweitert.

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