Verbundprojekt: IntWertL - Intelligente Wertschöpfungsnetzwerke für Leichtbaufahrzeuge geringer Stückzahl
individueller Schlussbericht DLR
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Abstract
Das DLR hat im Rahmen des Projekts eine zentrale wissenschaftliche und konzeptionelle Rolle bei der Entwicklung der EcoVity-Plattform übernommen, wobei die Arbeit im Arbeitspaket AP5200 den Kern der ingenieur- und systemtechnischen Leistungen bildete. Dort wurde die wissenschaftliche Begleitung der Entwicklung eines funktionsfähigen Engineering-Netzwerks für die Individualfahrzeugentwicklung übernommen. Ausgehend von den Rollen- und Prozessmodellen aus AP1100 sowie den Erfahrungen aus dem Planspiel von AP6300 hat das DLR die Zielbildspezifizierung und Integration der Beiträge der Projektpartner in ein stimmiges Gesamtkonzept geleitet. Dabei wurde die fachliche Ausrichtung auf Leichtbau, kollaborative Simulation und Modularisierung betont, wobei die Einbindung dezentraler Datenräume (Catena-X, Tractus-X) eine zentrale Rolle spielte, wodurch das DLR als führender Partner im Wissenstransfer zu datenraumfähigen Plattformarchitekturen agierte.
Das DLR erarbeitete federführend im AP5200 die Modellierung der Engineering-Aktivitäten in drei Phasen (Initiierung, Initialisierung, Durchführung), die als fundamentale Grundlage für die Plattformkonzeption dienten. Es wurde die Analyse des Entwicklungsbedarfs, die Entwicklung eines digitalen Lastenhefts in JSON-Format und die Untersuchung von Datenaustauschformaten durchgeführt, wobei die Bedeutung semantischer Metadaten und moderner Ansätze wie des Digital Data Package (DDP) hervorgehoben wurde. Später wurden Basiskonzepte für die Beschreibung von Entwicklungsgegenständen, die Konfiguration von Bauteilen und die systematische Beschreibung von Entwicklungsaktivitäten erarbeitet. Da-bei wurden Datenmodelle für Fahrzeugmodularisierung, Rule-Engines und ein Input-Output-Mapping entwickelt, eine umfassende wissenschaftliche Grundlage, die für die strukturierte Entwicklung von Plattformfunktionen entscheidend war. Das DLR initiierte auch die Entwicklung konkreter Software-Tools, darunter ein Methoden-Tool-Box für Anforderungsanalyse und Lösungskombination, was die praktische Anwendbarkeit der Konzepte unterstreicht. Die Erprobung des Engineering-Netzwerks anhand des Use-Case 1 (AtTrack TE700) zeigte, dass die Ansätze als wertvoll und zielführend angesehen wurden, jedoch erst bei höherer Automatisierung und besserer Nutzerführung ihre volle Wirkung entfalten können. Die Erkenntnisse tragen zur Weiterentwicklung der EcoVity-Plattform und zu zukünftigen Projekten bei. Besonders hervorzuheben ist, dass das DLR durch seine tiefe ingenieur-technische Expertise und die systematische Entwicklung von Datenmodellen und Prozesskonzepten die fachliche Fundierung des Engineering-Netzwerks sicherte, eine Leistung, die über die Projektgrenzen hinaus von hoher Relevanz ist.
Im weiteren Projektverlauf trug das DLR durch die Integration von Engineering und Produktion des AP5300 sowie die Validierung des Gesamtkonzepts anhand von Use-Cases und Planspielen im AP6300 entscheidend zur Gesamtkonzeption bei. Zudem übernahm das DLR Teile der Gesamtkoordination, unterstützte das Projektmanagement im AP7100 durch die Organisation von Treffen und Workshops sowie die Koordination über eine NextCloud-Plattform. Insgesamt hat das DLR durch seine umfassende wissenschaftliche Begleitung, die Entwicklung von Konzepten und Tools sowie die praktische Validierung der EcoVity-Plattform maßgeblich zur Integration von Engineering und Produktion in einem dezentralen Wertschöpfungsnetzwerk beigetragen und somit einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der digitalen Fahrzeugentwicklung geleistet.
