KiWI - Kartografie der Wissenswege zwischen Wissenschaft und Innovation
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Abstract
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind ein zentraler Impulsgeber technologischer Innovationen. Ihre Überführung in Patente und neue Produkte ist damit ein wesentlicher Bestimmungsfaktor der Wettbewerbsfähigkeit eines Innovationsstandorts. Die Transformation wissenschaftlicher Ergebnisse in innovative Anwendungen verläuft jedoch sektor-, länder- und institutionsspezifisch sehr unterschiedlich. Ob, wann und durch welche Akteure wissenschaftliches Wissen in Patente und Produkte überführt wird, war bis zum Projektbeginn empirisch nur in Ausschnitten erfasst.
Zitierungen wissenschaftlicher Publikationen in Patenten (Patent Citations to Science, PCS) sind seit den 1990er Jahren als Indikator des Wissensflusses von der Wissenschaft in die technologische Anwendung etabliert. Mit dem Datensatz von Marx und Fuegi (2020, 2022) stand erstmals eine breit einsetzbare Datenbasis zur Verfügung, die PCS systematisch erfasst, allerdings beschränkt auf US-amerikanische Patente. Eine vergleichbare Datengrundlage für weltweite Patentanmeldungen lag zu Projektbeginn nicht vor. Ebenso fehlten systematische, über Länder, Sektoren und Akteursgruppen hinweg integrierte Analysen des Transferprozesses.
An dieser Lücke setzte das Projekt KiWI an. Ziel war es, einen eigenen Analysedatensatz aufzubauen, der auf den Daten von Marx und Fuegi (2020, 2022) aufbaut und um umfassende Publikations- und Institutionsinformationen aus zusätzlichen Quellen erweitert wird. Mit der Open-Source-Freigabe des PATSTAT-Global-Datensatzes Ende 2024 wurde dieser Datensatz im Projektverlauf von US-amerikanischen auf weltweite Patentanmeldungen ausgeweitet. Auf dieser Grundlage sollten die Wege des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Innovation über mehrere Jahrzehnte, Länder, Sektoren und Akteursgruppen hinweg empirisch erfasst und analysiert werden. Im Kern standen vier Leitfragen: erstens, die Rolle von Institutionen und einzelnen Personen oder Teams beim Technologietransfer; zweitens, welche Aktivitäten und systemischen Faktoren Transfer begünstigen; drittens, durch wen die Aufnahme des Wissens erfolgt; und viertens, in welchen Sektoren besonders stark auf wissenschaftliche Ergebnisse und auf welche Art von Forschung dabei zurückgegriffen wird. Übergeordnetes Anliegen war es, Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Förderung des Wissenstransfers in Deutschland abzuleiten und das deutsche Innovationssystem dabei in internationaler Perspektive einzuordnen.
