Bioökonomie International 2021: Micro-Hop - Mikroverkapselte Hopfenextrakte als Futterzusatzstoffe für die nachhaltige Geflügelproduktion

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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In der industriellen Geflügelproduktion führt der flächendeckende Einsatz von antibiotischen Wachstumsförderern (antibiotic growth promoters, AGPs) zu einer kritischen Zunahme multiresistenter Keime [1]. Vor dem Hintergrund weitreichender AGP-Verbote besteht daher ein dringender Bedarf an nachhaltigen, phytogenen Alternativen, wobei die häufig geringe Bioverfügbarkeit insbesondere hydrophober Pflanzenstoffe eine zentrale Limitation darstellt. Vor diesem Hintergrund zielte das internationale Kooperationsprojekt MicroHop (in Zusammenarbeit mit der Universität Univille, Joinville, Brasilien) darauf ab, ein standardisiertes, lagerstabiles und rieselfähiges Futterzusatzmittel auf Basis mikroverkapselter Hopfenextrakte zu entwickeln. Technische Kernaufgabe war die Entwicklung effizienter Extraktionsmethoden sowohl für frischen Hopfen als auch für Hopfenreststoffe sowie die vergleichende Charakterisierung hinsichtlich antimikrobieller Wirksamkeit und Zytotoxizität. Aufbauend darauf sollte eine geeignete Schutzmatrix durch Mikroverkapselung etabliert werden, um Stabilität, Bioverfügbarkeit und Handhabbarkeit der Wirkstoffe für die Futteranwendung zu verbessern. Hopfen wurde dabei aufgrund seiner bekannten antimikrobiellen Eigenschaften als geeigneter Kandidat für phytogene Futterzusätze betrachtet [2]. Gleichzeitig zeigte der Stand der Forschung zwar erste positive Effekte auf pathogene Keime und das intestinale Mikrobiom, jedoch fehlten bislang standardisierte Anwendungen sowie ein vertieftes Verständnis der zugrundeliegenden Wirkmechanismen. Ergänzend wurde die Nutzung von Hopfen aus Brauereinebenströmen als nachhaltige Rohstoffquelle betrachtet, was insbesondere im Kontext großer Bier-Produktionsmengen in den Partnerländern Deutschland und Brasilien von Bedeutung ist.

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