Entwicklung und Evaluation eines digitalen Nachsorgeprogramms für Jugendliche (12-17 Jahre) mit depressiver Symptomatik nach stationärer Entlassung (Mind-WIN) - Teilprojekt A "Inhaltliche Modulentwicklung und Studiendurchführung eines digitalen Nachsorgeprogramms bei depressiv erkrankten Jugendlichen"; Teilprojekt B "Überprüfung von Wirksamkeit und Akzeptanz eines digitalen Nachsorgeprogramms bei depressiv erkrankten Jugendlichen"
DATIpilot Modul 1 Innovationssprints - Öffentlicher Sachbericht zum Verwendungsnachweis
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Abstract
Der Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung stellt für Jugendliche mit depressiver Symptomatik eine kritische Phase dar. Digitale Nachsorgeangebote könnten Versorgungslücken schließen und die Kontinuität der Behandlung verbessern. Im Rahmen der Pilotstudie Mind-WIN wurde ein digitales Nachsorgeprogramm für Jugendliche im Alter von 12–17 Jahren entwickelt und unter Realbedingungen evaluiert. Ziel war es, die Machbarkeit, Akzeptanz und erste Hinweise auf die Wirksamkeit der Intervention zu untersuchen.
Insgesamt wurden 29 Jugendliche in drei Studienarme eingeschlossen. Aufgrund einer geringeren Rekrutierung und Nutzung der Intervention als geplant konnten keine belastbaren Aussagen zur Wirksamkeit getroffen werden. Die Intervention wurde von den Teilnehmenden insgesamt als hilfreich und akzeptabel bewertet. Qualitative Befragungen von Jugendlichen und Studienpersonal identifizierten jedoch wesentliche Barrieren, darunter geringe Motivation, organisatorische Herausforderungen, enge Einschlusskriterien sowie technische und alltagsbezogene Nutzungshürden.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Mehrwert der Pilotstudie insbesondere in der Identifikation zentraler Gelingensbedingungen für digitale Nachsorgeangebote liegt. Für zukünftige Interventionen erscheinen niedrigschwellige Zugänge, eine stärkere Integration in bestehende Versorgungsprozesse sowie Maßnahmen zur Förderung der Adhärenz entscheidend. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung digitaler Versorgungsangebote in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
