CO2-neutrale Energieversorgung in energieintensiven Gewerbebetrieben - Wasserstoffbasierte Sektorenintegration in der Wärme- und Strombereitstellung; Akronym: energy4CHP; Teilprojekt 2: Bifuel-APC BHKW zur Nutzung mit Erdgas oder Wasserstoff; LOHC-Speicher für APC BHKW Anwendungen
Date
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Link to publishers version
Abstract
Das Verbundvorhaben energy4CHP wurde von der WTZ Roßlau gGmbH und der Bauhaus-Universität Weimar (BUW) mit dem Ziel durchgeführt, eine CO₂-neutrale, dezentrale Energieversorgung auf Basis von grünem Wasserstoff und LOHC-Speichertechnologie zu realisieren. Kernstück des WTZ-Teilvorhabens ist ein Bifuel-ArgonPowerCycle-BHKW (Blockheizkraftwerk), das in drei Betriebsmodi betrieben werden kann: Im APC-Modus (H₂ + O₂) wird Wasserstoff gemeinsam mit reinem Sauerstoff in einem geschlossenen Argon-Kreislauf verbrannt, was eine besonders hohe elektrische und thermische Effizienz ermöglicht, da Abgaswärme rezirkuliert statt an die Umwelt abgegeben wird. Im luftansaugenden Wasserstoffmodus (H₂ + Luft) erfolgt die Verbrennung mit atmosphärischer Luft; die Maximalleistung ist hierbei zur Einhaltung der TA Luft begrenzt. Der Erdgasmodus (Erdgas + Luft) dient als flexibler Fallback-Betrieb, beispielsweise bei leerem Wasserstofftank, und erfordert lediglich eine kurze Warmlaufphase. Diese Multifuel-Fähigkeit erhöht die Versorgungssicherheit und ermöglicht eine wirtschaftliche Brennstoffwahl entsprechend aktueller Marktpreise. Zur saisonalen Wasserstoffspeicherung wurde ein LOHC-System (Liquid Organic Hydrogen Carriers) auf Basis von Benzyltoluol entwickelt und in die sogenannte "energy-station" am WTZ-Standort integriert. Ergänzend wurde ein AEM-Elektrolyseur als skalierbare Eigenentwicklung realisiert. Trotz projektbedingter Verzögerungen - u. a. durch den Wegfall zweier Verbundpartner, lange Lieferzeiten sowie die Eigenentwicklung des Elektrolyseurs nach Ausfall des ursprünglich vorgesehenen Lieferanten - konnten alle wesentlichen Systemkomponenten erfolgreich in Betrieb genommen und im Verbund-Gesamtsystem erprobt werden. Das Vorhaben liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Marktreife dezentraler, wasserstoffbasierter KWK-Systeme für kleine und mittlere Unternehmen.
