Begleitforschung zum Einsatz batterieelektrischer schwerer Nutzfahrzeuge im logistischen Regelbetrieb - ELV-LIVE

Schlussbericht : FuE-Programm "Erneuerbar Mobil" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Abstract

Im Projekt ELV-Live (2023–2025) wurde die Einführung batterieelektrischer schwerer Nutzfahrzeuge (E‑Lkw) im logistischen Regelbetrieb wissenschaftlich begleitet. Ziel war es, auf Basis realer Praxiserfahrungen die technische und wirtschaftliche Einsatzfähigkeit zu bewerten, Akzeptanz und Hemmnisse zu analysieren sowie fundierte Handlungsempfehlungen für den weiteren Markthochlauf abzuleiten. Die Begleitforschung umfasste die Auswertung realer Fahrzeugbetriebsdaten, vertiefende Fallstudien mit Logistikunternehmen sowie standardisierte Befragungen der Transportbranche.

Die Ergebnisse zeigen, dass batterieelektrische Lkw im Regionalverkehr bereits heute zuverlässig und praxistauglich eingesetzt werden können. Die analysierten Betriebsdaten belegen eine hohe Übereinstimmung von realem Energieverbrauch und Herstellerangaben sowie eine insgesamt hohe technische Zuverlässigkeit. Einsatz und Ladeverhalten sind aktuell stark durch planbare regionale Touren und depotbasiertes Laden geprägt. Gleichzeitig erweisen sich Reichweite, Ladeinfrastruktur und Netzanschluss als zentrale limitierende Faktoren für anspruchsvollere Anwendungen, insbesondere im Fernverkehr.

Die Fallstudien und Befragungen zeigen eine hohe Zufriedenheit und Akzeptanz bei anwenderseitigen Pionierunternehmen, insbesondere beim Fahrpersonal, während in der Breite der Branche weiterhin Unsicherheiten und Informationsdefizite bestehen. Daraus ergibt sich ein deutlicher Erfahrungsunterschied zwischen frühzeitigen Anwendern und der Gesamtbranche. Wirtschaftliche Vorteile ergeben sich insbesondere bei geeigneten Einsatzprofilen und hohem Anteil kostengünstigen Depotladens, während hohe Investitionskosten und infrastrukturelle Anforderungen weiterhin zentrale Herausforderungen darstellen.

Übergreifend bestätigen die Ergebnisse die hohe Relevanz batterieelektrischer Antriebe für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs. Der begrenzende Faktor für den weiteren Markthochlauf liegt derzeit weniger in der Fahrzeugtechnologie als vielmehr im Ausbau von Ladeinfrastruktur und Netzanschlüssen sowie in verlässlichen regulatorischen Rahmenbedingungen. Insgesamt zeigt das Projekt, dass die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs technisch und organisatorisch bereits in vielen Anwendungen umsetzbar ist. Für die Skalierung in die Breite sind insbesondere ein beschleunigter Infrastrukturausbau, geeignete Rahmenbedingungen sowie ein verstärkter Wissenstransfer in die Branche entscheidend. Die gewonnenen Erkenntnisse leisten damit einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung von Politikmaßnahmen und Investitionsentscheidungen.

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