Professionelle Netzwerke zur Förderung adaptiver, handlungsbezogener, digitaler Innovationen in der Lehrkräftebildung in Kunst, Musik und Sport (KuMuS-ProNeD)
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Abstract
Kunst, Musik und Sport (KuMuS) sind Bereiche, in denen die Heterogenität von Kindern und Jugendlichen besonders zutage tritt. Sie bedürfen in ihrer schulischen Gestaltung eines besonderen Maßes an Adaptivität. Der Aufbau von Handlungskompetenzen für eine zunehmend digitalisierte Praxis in diesen Fächern ist individuell zu fördern, wofür digitale Technologien innovative Möglichkeiten eröffnen. Um die didaktischen Potenziale auszuschöpfen und adaptive, handlungsbezogene digitale Innovationen im Unterricht zu realisieren, müssen Lehrpersonen qualifiziert und gut ausgebildet sein. Trotz zahlreicher Leuchtturmprojekte zeichnen sich bisherige Initiativen der digitalen Lehrkräftebildung oft durch eine geringe Reichweite und Flächendeckung, eine wenig fokussierte Fachspezifität sowie unzureichende Interdisziplinarität aus. Auch phasenübergreifende Kooperationen werden bisher zu wenig mitgedacht.
KuMuS-ProNeD knüpfte daher an mehrere wissenschaftlichen Diskurse und Entwicklungen an: • Die zunehmende Digitalisierung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen stellt neue Anforderungen an die Gestaltung des Unterrichts in den ästhetischen Fächern dar (Brüggen, 2022). • Erkenntnisse aus der Fachdidaktik, insbesondere zur Förderung von handlungsorientiertem Lernen und adaptivem Unterricht (Ahner, 2019; Krasny et al., 2023; Wibowo et al., 2023). • Forschung zur professionellen Entwicklung von Lehrkräften, insbesondere durch Netzwerke, Fortbildungen und Innovationshubs (Gutenberg et al., 2024; Hußner et al., 2023; Johannmeyer & Cramer, 2021) • Bestehende Infrastruktur und Erfahrungen aus dem Projekt MINT-ProNeD, das ebenfalls vom BMBF gefördert wurde und als Vorläuferprojekt Synergien ermöglichte (https://mint-proned.de/). KuMuS-ProNeD hatte das Ziel, ein integratives Gesamtkonzept für die Lehrkräftebildung in den Fächern Kunst, Musik und Sport zu entwickeln. Dies wurde eingelöst über die Verbindung dreier Netzwerke, die die Entwicklung von Unterricht, die Fortbildung von Lehrkräften und die Erprobung von Technologien in den Blick nahmen. In der Integration der drei Netzwerke in ein Gesamtkonzept flossen beispielsweise Ideen zu professionellen Lerngemeinschaften (Netzwerk Unterrichtsentwicklung und -beratung) oder zu immersiven Realitäten (Netzwerk Future Innovation Hub) als Good- and Future-Practice-Beispiele auch mit in das Netzwerk Fortbildungen ein.
Das DIE war am Netzwerk Fortbildungen beteiligt und begleitete die Standorte bei den folgenden Aufgabenstellungen: • Adaptive und digitale Innovationen in der Lehrkräftebildung zu fördern. • Handlungsbezogene Kompetenzen von Lehrkräften zu stärken, um eine nachhaltige Partizipation an schulischen und außerschulischen Praxen zu ermöglichen. • Die Lehrkräftebildung phasenübergreifend (Studium, Referendariat, Fortbildung) und interdisziplinär zu gestalten. Die Forschungsbasis und die Qualität der entstehenden Angebote wurden dabei durch den Einbezug einschlägiger weiterer Akteure (IWM, HdM, DIPF) und der beteiligten Landesinstitute gewährleistet. • Die Digitalisierung als Transformationsprozess in der Lehrerbildung aktiv zu begleiten und zu gestalten. Eine standortübergreifende Begleitforschung trug zur Qualitätssicherung in den Netzwerken bei.
In der Bearbeitung der zentralen Aufgabenstellungen und um das beantragte Kompetenznetzwerk mit seinen Lehrkräftefortbildungen in die Fläche zu bringen, kooperierten 14 lehrkräftebildende Standorte verschiedener Schularten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
