IBÖM08: AlgaTex - 'Grünalgen als Faserstoff der Zukunft?' - Machbarkeitsphase für den Einsatz fädiger Süßwasseralgen als potenzieller Rohstoff für die Textilindustrie

Abstract

Das Verbundprojekt AlgaTex adressierte die dringende Notwendigkeit, nachhaltige Ressourcenalternativen für die Textilindustrie zu erschließen, um die Abhängigkeit von wasserintensiver Baumwolle und erdölbasierten Synthesefasern zu reduzieren. Das zentrale Ziel des Vorhabens war der Machbarkeitsnachweis (Proof-of-Concept) einer kompletten Wertschöpfungskette für textile Produkte aus fädigen Süßwasseralgen. Anders als bei bestehenden Ansätzen, die Algen als Additiv in chemischen Regeneratfasern nutzen (z. B. SeaCell™) oder Biopolymere extrahieren, verfolgte AlgaTex den innovativen Ansatz, die natürliche fädige Struktur der Alge direkt mechanisch als Faserstoff (aquatische Naturfaser) zu nutzen. Während die vorangegangene Sondierungsphase (Förderkennzeichen 031B1196) das prinzipielle Potenzial fädiger Grünalgen als Textilrohstoff aufzeigen konnte, offenbarte der Transfer in den industriellen Maßstab kritische verfahrenstechnische Limitierungen, da es bislang keine kommerziell erwerblichen Kultivierungssysteme für fädige Algen existieren und sich diese aufgrund ihrer Morphologie nicht in klassischen, für Mikroalgen etablierten Systemen kultivieren lassen. Ziel der Machbarkeitsphase war es folglich, die lückenlose kontrollierte Prozesskette – von der taxonomisch gesicherten Stammselektion über das Upscaling und faserschonende Downstream-Prozesse bis hin zur textilen Produkt- und Flächenbildung - wissenschaftlich zu fundieren.

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