Behandlung akuter Unruhe und Aggressivität unter realen Bedingungen
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Abstract
Schwere psychomotorische Unruhe stellt eine häufige medizinische Notfallsituation dar und ist mit erheblichen Belastungen für Patienten, Angehörige und medizinisches Personal verbunden. Leitlinien empfehlen zunächst verbale Deeskalationsmaßnahmen und andere nicht-pharmakologische Interventionen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen zunächst meist Medikamente zum Einnehmen zum Einsatz. In schwereren Fällen oder bei unzureichender Wirkung können jedoch auch injizierbare Medikamente wie Antipsychotika, Benzodiazepine, deren Kombinationen oder Ketamin erforderlich werden. Für solche Situationen bestehen zwischen nationalen und internationalen Leitlinien jedoch erhebliche Unterschiede hinsichtlich der empfohlenen Behandlungsstrategien. Zudem beruhen viele Empfehlungen auf einer begrenzten Evidenzbasis und nicht selten auf lokalen Traditionen oder klinischer Erfahrung.
Ziel des Vorhabens war daher die Durchführung einer Individual-Participant-Data-Netzwerk-Metaanalyse randomisiert-kontrollierter Studien zur Behandlung akuter psychomotorischer Unruhe und Aggressivität mit injizierbaren Medikamenten in psychiatrischen und allgemeinen Notfallsituationen. Mithilfe individueller Patientendaten sollten Unterschiede in der Wirksamkeit und Verträglichkeit pharmakologischer Behandlungsstrategien untersucht werden. Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob bestimmte Patienten- oder Behandlungscharakteristika, wie beispielsweise der Schweregrad oder die Ursache der Agitation sowie die Dosis oder der Applikationsweg der Medikamente, die Behandlungseffekte beeinflussen. Damit sollte mit den Mitteln der evidenzbasierten Medizin eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Auswahl der optimalen pharmakologischen Behandlung von Patienten mit akuter psychomotorischer Unruhe geschaffen werden. Langfristig sollen die Ergebnisse zu einer Harmonisierung klinischer Leitlinien und einer Verbesserung der Patientenversorgung beitragen.
