BiodiWert II: Biodiversitätskulturen in Stadt und Land (BioDivKultur-2) - Theorien des Mahdmanagement in der Praxis von städtischen Akteuren des Grünflächenmanagements; Bundesministerium für Bildung und Forschung-Förderprojekt im Rahmen der BMBF Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) "Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft (BiodiWert)"
Abschlußbericht
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Abstract
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich als Praxisprojektpartner für das Forschungsprojekt Biodiversitätskulturen in Stadt und Land beworben. Das Projekt BioDivKultur wird von der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. In dem Projekt arbeiteten Biologinnen und Biologen mit Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie mit Mitarbeitenden der städtischen Verwaltung, des Landschaftspflegeverbandes Göttingen sowie dem BUND und dem Museum Bioversum zusammen, um das Bewusstsein für Biodiversität praktisch, politisch und kommunikativ zu stärken und sogenannte „Biodiversitätskulturen" zu entwickeln und zu etablieren. Übergeordnetes Ziel der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem Umweltamt und Grünflächenamt war die praktische Umsetzung sowie die nachhaltig wirksame Vermittlung der Studienergebnisse an relevante Akteure des Grünflächenpflege und –planung im städtischen Raum.
Während des gesamten Projektzeitraumes hat ein intensiver Austausch zwischen den Projektbeteiligten stattgefunden. Dieser bestand aus organisatorischen Treffen aber auch der gemeinsamen Durchführung von Veranstaltungen bzw. Teilnahme an Veranstaltungen und Ausstellungen der Akteure. Es wurde eine informative Homepage entwickelt und inhaltliche Beiträge von allen Akteuren geliefert. Zudem haben workshops für verschiedene Zielgruppen stattgefunden.
Wesentliche Ergebnisse und Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und Projektpartnern Das Projekt sammelte durch die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis zahlreiche Erkenntnisse zu einer insektenschonenden Mahd im kommunalen Bereich und hat dazu einen Policy Brief erstellt. Innerhalb der Stadt ist eine Umstellung der Mahd auf vielen Flächen erfolgt und in die Leistungsbeschreibungen von Drittanbietern eingeflossen. Die Öffentlichkeit konnte sensibilisiert werden, was sich u.a. darin bemerkbar machte, dass Beschwerden zunahmen, die das Mähen kritisierten, während in der Vergangenheit das Mähen gefordert wurde. Auch andere Flächenbesitzende, wie z.B. Wohnungsunternehmen haben insektenfreundliche Flächen angelegt und die Mahd auf den Abstandsflächen angepasst. Die im Rahmen des Projektes entwickelten Points of Insects werden durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt als „Stadtnaturpunkte“ fortgeführt und weiter entwickelt. Ebenso wird am Tag der Biodiversität jeweils am 22. Mai bei Spaziergängen die Idee der Krautschau fortgesetzt und Pflanzen, die zwischen Pflastersteinen, am Bordstein oder in Mauerspalten wachsen, mit Kreide beschriftet, um die verborgene Pflanzenvielfalt und ihre Bedeutung für Insekten sichtbar zu machen. Damit konnte das Ziel, die Wertschätzung von Grünflächen nicht nur in der Bevölkerung sondern bei allen für Grünflächenmanagement verantwortlichen Akteuren zu stärken, erreicht werden. Auch ein zweites Ziel, das städtische Grünflächenmanagement zu optimieren war erfolgreich und wurde wahrgenommen, so dass es zur Nachahmung bei anderen für Grünflächenmanagement verantwortlichen Akteuren beigetragen hat.
