Die Rolle von Megawattladen und halböffentlichem Laden für batterieelektrische Lkw
Eine qualitative Analyse
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Abstract
Für die vorliegende Analyse wurden Interviews (N=7) mit einer Bandbreite von Stakeholdern aus der Logistikbranche, dem Ladeinfrastrukturbetrieb und der Fahrzeugindustrie geführt und Erkenntnisse zum Megawattladen sowie zum halb öffentlichen Laden von batterieelektrischen Lkw gewonnen.
Megawattladen ermöglicht mittels hoher Ladeleistungen das vollständige Nachladen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen 45-minütigen Lenkzeitpause. Es gilt als notwendig
für die vollständige Elektrifizierung des Lkw-Verkehrs; die Mehrheit der Befragten geht jedoch davon aus, dass es bezogen auf die Anzahl von Ladepunkten nur einen kleinen Anteil der öffentlichen Ladepunkte umfasst und hauptsächlich den Fernverkehrsteil der Lkw-Flotte betrifft. Auch im Depot ist der Aufbau von Megawattladepunkten aus Platz-, Effizienz- und Machbarkeitsgründen für bestimmte Anwendungsfälle denkbar, aber seltener. Den wirtschaftlichen Chancen hochausgelasteter Megawattladepunkte stehen Risiken hoher Investitionen in Lade- und Netzinfrastruktur
gegenüber.
Halböffentliches Laden beschreibt die Bereitstellung von privater Ladeinfrastruktur für einen ausgewählten Nutzerkreis oder die Bereitstellung der Ladeinfrastruktur zu bestimmten Zeiten. Es wird als große Chance wahrgenommen, Ladevorgänge besser in die vorhandenen Betriebsabläufe zu integrieren und die Wirtschaftlichkeit der Ladeinfrastruktur zu erhöhen. Die Ladeinfrastruktur im Depot kann durch die Öffnung für externe Nutzer besser ausgelastet werden und die externen Nutzer können von gegenüber öffentlichen Ladepunkten attraktiveren Preisen profitieren. Wenn halb öffentliches Laden mit der in der Branche benötigten Planbarkeit zur Verfügung steht, etwa gestützt durch Buchungssysteme und eine professionelle Abwicklung durch einen Charge Point Operator, könnte es zu einem Standardmodell für das Lkw-Laden avancieren und einen relevanten Teil der sonst an öffentlichen Ladepunkten anfallenden Stromnachfrage decken. Während alle Interviewten im halböffentlichen Laden ein hohes Potenzial sehen, unterscheiden sich die Vorstellungen für die konkrete Gestaltung halböffentlicher Ladeparks.
For this analysis, interviews (N=7) were conducted with a ran ge of stakeholders from the logistics sector, charging infrastructure operators, and the automotive industry, and insights were gained into megawatt charging and semi-public charging of battery-electric trucks. Megawatt charging enables full recharging within the legally prescribed 45-minute driving break period thanks to high charging capacities. It is considered necessary for the full electrification of trucking; however, most respondents assume it will only comprise a small share of public charging points and will mainly affect the long-distance transport segment. The installation of megawatt charging points in depots is also conceivable for certain applications for reasons of space, efficiency, and feasibility, but is less common. The economic op portunities of highly utilized megawatt charging points are accompanied by the risks of high investments in charging and grid infrastructure. Semi-public charging describes the provision of private char ging infrastructure for a select group of users (or at certain times). It is perceived as a great opportunity to integrate charging into existing operations and increase the economic efficiency of charging stations. Opening private charging infrastructure to external users allows for better utilization, and external users can benefit from prices that are more attractive than those at public charging points. If semi-public charging is available with the predictability required in the industry, supported for example by booking systems and professional handling by a charge point operator, it could become a standard model for truck charging and cover a significant portionof the demand that would otherwise be met at public charging points. While all interviewees see great potential in semi-public charging, ideas for implementation vary.
