UriCoV - Urin-peptidomische Muster als Biomarker des Long-COVID Syndroms

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Post-akute Folgezustände einer SARS-CoV-2-Infektion (PASC), auch Long-COVID genannt, sind eine der häufigsten, aber schlecht verstandenen Folgen der COVID-19-Pandemie und haben große persönliche, soziale und ökonomische Auswirkungen. Das UriCoV-Projekt zielte darauf ab, das Verständnis und die Vorhersage von PASC zu verbessern, indem urinäre Biomarker identifiziert werden, die das Risiko für Long-COVID oder schwere post-akute Komplikationen anzeigen.

Aufbauend auf Daten der europäischen Crit-Cov-U-Studie (Staessen and Wendt et al., Lancet Digit Health 2022; 4: e727–37) mit zusätzlicher Nachverfolgung und ergänzenden Daten von PASC- und nicht-PASC-Individuen entwickelte UriCoV drei auf Urinpeptiden basierende Klassifikatoren. Der erste, DP201, sagt das post-COVID-Sterberisiko voraus (AUC = 0,78). Der zweite, Post-COVIDpred70, verwendet 70 Peptide zur Vorhersage der Entwicklung von PASC mit hoher Genauigkeit (AUC = 0,964). Der dritte, PASC195, unterscheidet PASCPatienten von Patienten mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) und gesunden Individuen mit ausgezeichneter Präzision (AUC = 0,962). Diese Biomarker ermöglichen die frühzeitige Identifikation von Risikopatienten und bilden die Grundlage für zielgerichtete Nachsorge und Behandlung.

Ein qualitativer Teil umfasste Interviews mit 27 PASC-Patienten und 3 pflegenden Angehörigen in Österreich, Schweden und Frankreich. Die thematische Analyse zeigte zentrale Herausforderungen im Alltagsleben, Bewältigungsstrategien und deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede in den Long-COVID-Erfahrungen.

Gesundheitsökonomische Analysen zeigten, dass PASC mit einer verringerten gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) und signifikant höheren Gesundheits- und Gesellschaftskosten einhergeht. PASC-Patienten berichteten über niedrigere Utility-Scores und höheren Gesundheitsressourceneinsatz im Vergleich zu Nicht-PASC-Patienten. Zusammen liefern diese Ergebnisse eine robuste Basis für frühzeitige Risikoerkennung, gestufte Versorgung und fundierte gesundheitspolitische Planung. UriCoV unterstützt einen personalisierten Ansatz zur Behandlung von Long-COVID und zur Reduktion seiner langfristigen Belastung für Individuen und Gesundheitssysteme.

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