PANEUCARE - Multinationaler Wissenstransfer in der Demenzforschung zwischen europäischen Regionen und unterpräsentierten Ländern Mittel- und Osteuropas

Abstract

Hintergrund: Demenz stellt in ganz Europa eine zunehmende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar, wobei regionale Unterschiede in der Forschungsbeteiligung, Finanzierung und Versorgungspraxis bestehen. Das PANEUCARE-Konsortium verfolgte einen gesamteuropäischen, ko-produktiven Ansatz, der professionelle Perspektiven und Erfahrungen von Betroffenen integriert, um eine auf Gleichberechtigung ausgerichtete Forschungsagenda voranzutreiben.

Methoden: Es wurden zwei Workshops mit Fachkräften im Bereich Demenz sowie Konsultationsgruppen mit Menschen mit Demenz und ihren Betreuungspersonen durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden durch deliberative Diskussionen zusammengeführt, um gemeinsame Herausforderungen, regionsspezifische Barrieren und gemeinsame Prioritäten für zukünftige Forschung zu identifizieren.

Ergebnisse: Die Teilnehmenden hoben zentrale Herausforderungen hervor, darunter Fachkräftemangel, verzögerte Diagnosen, fragmentierte Versorgung, Belastung der Betreuungspersonen sowie die begrenzte Einbeziehung süd- und osteuropäischer Kontexte. Lokale Innovationen wie gemeindebasierte Dienste, sektorübergreifende Zusammenarbeit und digitale Werkzeuge zeigten kontextspezifische Resilienz. Zu den prioritären Forschungsbereichen gehörten die regionsübergreifende Zusammenarbeit, die Entwicklung der Fachkräfte, kultursensible Versorgung, Unterstützung nach der Diagnose und für Betreuungspersonen sowie eine inklusive Forschungsbeteiligung. Diese Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des EQUITABLE-Rahmens ein, der die Prinzipien Gleichberechtigung (Equity), Qualität, Dringlichkeit, Einbindung, transdisziplinäre Zusammenarbeit, Anpassungsfähigkeit, Kostenbewusstsein, sprachliche/kulturelle Sensibilität und Engagement umfasst und umsetzbare Leitlinien für inklusive und kontextsensitive Forschung bietet.

Schlussfolgerung: PANEUCARE verdeutlicht die Komplexität und Vielfalt der Demenzversorgung in Europa und zeigt, dass regionale Unterschiede als Stärken für gegenseitiges Lernen genutzt werden können. Durch die Integration professioneller Expertise mit gelebter Erfahrung zeigt die Studie den Wert partizipativer, ko-produktiver Ansätze. Die Verankerung der EQUITABLE-Prinzipien in Forschung und Politik kann eine gerechtere, nachhaltigere und effektivere europäische Demenzforschungslandschaft unterstützen.

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