Do IT! - Erfassung sozio-kultureller Hemmnisse für die Wahl von IT-Berufswegen von Frauen

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Deutschland ist weit davon entfernt, sein Innovationspotential durch die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte im digitalen Zeitalter auszuschöpfen. Zwar studieren viele Männer in Deutschland Wirtschaftsinformatik, doch ist der Anteil der Frauen nur bei 20%, obwohl junge Frauen Informationstechnologie (IT) in ihrem Alltag aktiv und hochfrequentiert nutzen. Das Projekt Do IT! nahm sich diesem scheinbaren Paradoxon an und hatte zum Ziel herauszuarbeiten, warum sich junge Frauen trotz ihrer alltäglichen Nutzung von IT kaum für das MINT-Fach Wirtschaftsinformatik interessieren. Dazu knüpfte das Projekt an der IT-Nutzung junger Frauen an und betrachtete sie im Hinblick auf eine Studienwahl in der Wirtschaftsinformatik aus einer soziotechnischen Perspektive. Die erste Phase des Projekts verband in Fokusgruppeninterviews Determinanten der IT-Nutzung junger Frauen aus der ITAkzeptanzforschung mit Determinanten der Studien- und Berufswahl aus der MINT-Forschung, um deren Zusammenspiel im Alltag junger Frauen besser zu verstehen. Die identifizierten Zusammenhänge mündeten in der zweiten Projektphase in Hypothesen, deren empirische Überprüfung aufzeigte, aus welchen sozio-kulturellen und psychologischen Gründen junge Frauen unter Berücksichtigung ihrer alltäglichen IT-Nutzung Wirtschaftsinformatik als Berufsweg meiden. Darauf aufbauend mimte die dritte Phase ein praktisches Szenario aus dem Studien- und Berufsalltag von Wirtschaftsinformatikerinnen, und beleuchtet in einem Experiment die der Studien- und Berufswahlentscheidung zugrundeliegende Dynamik. Die vierte Phase fokussierte mittels eines Eltern-Kind-Fragebogens die IT-Nutzung junger Frauen in familiärem Umfeld und arbeitete heraus, wie Eltern in Zeiten der Digitalisierung ihren Töchtern ein alltägliches Rollenvorbild sein können. Die fünfte Phase untersuchte mit einem interaktiven Fragebogen die Wirkung erster Eindrücke von Personen aus der Wirtschaftsinformatik auf die Studien- und Berufswahl. Die empirischen Forschungsergebnisse bieten Akteuren aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten, um junge Frauen auf Basis ihrer alltäglichen IT-Nutzung abzuholen und für ein Studium des MINT-Fachs Wirtschaftsinformatik zu begeistern.

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