MiBiPanc: Die Rolle des Mikrobioms bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und dessen Vorstufen - eine systematische Übersichtsarbeit
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Abstract
Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) zählt trotz intensiver Forschung weiterhin zu den malignen Erkrankungen mit der schlechtesten Prognose. Die Identifikation modifizierbarer Risikofaktoren sowie früher pathophysiologischer Veränderungen in der Karzinogenese stellt daher ein zentrales Forschungsziel dar. In den vergangenen Jahren hat sich zunehmend Evidenz dafür ergeben, dass das humane Mikrobiom eine relevante Rolle bei der Tumorentstehung, Tumorprogression und der Immunmodulation verschiedener malignen Erkrankungen spielen könnte.
Für das Pankreaskarzinom wurden in mehreren experimentellen und klinischen Studien Veränderungen der mikrobiellen Zusammensetzung sowohl im gastrointestinalen Trakt als auch im Tumorgewebe beschrieben. Diskutiert werden hierbei unter anderem Mechanismen der chronischen Entzündung, immunologischer Modulation sowie mikrobiell vermittelte metabolische Effekte, die zur Tumorentstehung beitragen könnten. Gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den bisher publizierten Studien hinsichtlich Studiendesign, untersuchten Probenmaterialien, mikrobiologischen Analysemethoden und berichteten mikrobiellen Signaturen. Während einzelne Studien spezifische bakterielle Taxa mit dem Auftreten oder Fortschreiten des Pankreaskarzinoms in Verbindung bringen, ist bislang unklar, inwieweit diese Befunde konsistent und reproduzierbar sind. Darüber hinaus ist die Rolle des Mikrobioms in frühen Stadien der Karzinogenese, insbesondere bei chronischer Pankreatitis oder intraduktalen papillären muzinösen Neoplasien (IPMN), bislang nur unzureichend systematisch untersucht worden. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des Projekts MiBiPanc eine systematische Übersichtsarbeit mit anschließender Meta-Analyse durchgeführt. Ziel war es, die verfügbare Evidenz zum Zusammenhang zwischen Mikrobiomveränderungen und dem Auftreten von Pankreaskarzinomen sowie deren Vorläuferläsionen systematisch zusammenzuführen und quantitativ zu analysieren.
