Kooperativ, kompetent, motiviert Schreiben - Ein Interventionsprojekt zur Förderung von Schreibkompetenz, Schreibmotivation und sozialer Partizipation
„Komm Schreib!“ - Kooperativ, kompetent, motiviert Schreiben : ein Interventionsprojekt zur Förderung von Schreibkompetenz, Schreibmotivation und sozialer Partizipation in Grundschule und Ganztag
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Abstract
Kompetentes Schreiben von Texten ist eine Schlüsselkompetenz, deren Förderung besonders im Grundschulalter von großer Bedeutung ist, da sie sowohl den erfolgreichen Übergang in die weiterführende Schule als auch den schulischen Erfolg insgesamt maßgeblich beeinflusst (Cutler & Graham, 2008). Damit Kinder Schreibprozesse beginnen und auftretende Schwierigkeiten bewältigen können, ist es wichtig, ihre Schreibmotivation und ihre Selbstwirksamkeit gezielt zu stärken (Busse et al., 2023). Darüber hinaus ist soziale Partizipation ein zentrales Ziel inklusiver Bildung (Koster et al., 2009). Hier setzt das Interventionsprojekt "Komm-Schreib!" an. Übergeordnetes Ziel des dreijährigen Projekts war es, Schreibkompetenz, Schreibmotivation und soziale Partizipation miteinander zu verbinden. Das Projekt wurde als (quasi-)experimentelle Interventionsstudie mit Pre-, Post- und Follow-up-Erhebungen im Wartekontrollgruppendesign konzipiert. Die Stichprobe umfasste elf Grundschulen und mehr als 1.000 Schüler:innen der Klassen 3 und 4. Zur Evaluation der Intervention wurde die Schreibfähigkeit der Lernenden im Hinblick auf das Verfassen narrativer Texte erfasst. Ergänzend kamen standardisierte schriftliche Befragungen von Lernenden und Lehrkräften sowie Interviews mit Lehrkräften zum Einsatz. In der Vorbereitungsphase wurden die Interventionsinhalte und spezifische Unterrichtsmaterialien in Zusammenarbeit mit Grundschullehrkräften entwickelt, dabei standen evidenzbasierte Schreib- und Feedbackmaßnahmen, die Stärkung kooperativer Lernformen sowie die Sensibilisierung für die soziale Partizipation aller Lernenden in unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Situationen im Fokus (Busse et al., 2024). Für die Durchführung der Intervention wurden die Lehrkräfte geschult, kooperative, prozessorientierte Schreib- und Feedbackmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Förderung von sozialer Partizipation der Schüler:innen eigenständig umzusetzen. Die Implementierung erfolgte durch die Lehrkräfte im regulären Unterricht. Gleichzeitig fanden zielgruppenspezifische Fördermaßnahmen für Kinder mit geringen Literalitätserfahrungen statt in Form von Schreibförder-Arbeitsgemeinschaften (AGen) im Offenen Ganztag mit Kleingruppen von ca. 15 Kindern pro Schule. Diese AGen wurden von projektintern geschulten Honorarkräften geleitet.
