WAERMER - Waermewende im urbanen Gebäudebestand mit Hilfe interaktiver Entscheidungsraumanalyse
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Abstract
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Verbundvorhaben WAERMER untersuchte von September 2022 bis Februar 2026, wie sich die Wärmewende im urbanen Gebäudebestand durch abgestimmte Investitionsentscheidungen der Gebäudeeigentümer:innen beschleunigen lässt. Ziel war die Entwicklung von Planungswerkzeugen, die technisch umsetzbare, versorgungssichere, CO2-neutrale und kostenoptimale kommunale Wärmeversorgungslösungen mit den Präferenzen und Handlungsspielräumen privater Eigentümer verknüpfen. Am Beispiel des Kieler Quartiers Oppendorf, das durch dezentrale Einzelgebäudeheizungen ohne Netzanbindung geprägt ist, wurden drei methodische Bausteine zusammengeführt: Haushaltsbefragungen und Experteninterviews zu den psychologischen und ökonomischen Determinanten von Heizungswechselentscheidungen, die techno-ökonomische Auslegung und multikriterielle Bewertung alternativer Wärmeversorgungsvarianten mit dem Energiesystemmodell EQ-City sowie die agentenbasierte Simulation individueller Investitionsdynamiken (Modell AHOIS). Ein eigens entwickeltes, webbasiertes Dialogtool machte die Simulationsergebnisse für Stakeholder interaktiv nutzbar. In einem partizipativen Prozess aus einem Zielkriterien-Workshop, zwei Entscheidungsworkshops und einem Modellvalidierungsworkshop wurden gemeinsam mit Verwaltung, Energieversorgern, Handwerk, Finanzsektor, Wissenschaft und Bewohnerschaft fünf Wärmeversorgungsvarianten für Oppendorf bewertet. Der Prozess mündete in konkrete Fortschritte vor Ort, darunter eine hohe Anschlussbereitschaft, einen gewonnenen Investor und ein absehbares interkommunales Wärmenetz. Die Ergebnisse bestätigen, dass strukturierte Akteursbeteiligung eine funktional notwendige Brücke zwischen technischer Planung und praktischer Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung darstellt; das entwickelte Decision-Workshop-Format gilt als übertragbare Blaupause für andere Kommunen. Die Projektergebnisse wurden auf zahlreichen wissenschaftlichen Konferenzen vorgestellt, in Fachzeitschriften veröffentlicht, in zwei Dissertationen sowie zwei Masterarbeiten vertieft und als Open-Source-Modellcode (AHOIS) sowie Forschungsdaten (Zenodo) verfügbar gemacht.
