WIR! h2well-Markthub: Wissenschaftlich-strategische Begleitung und Förderung der Marktdiffusion von Wasserstofftechnologien in der Innovationsregion - Teilprojekt 3: Sozialwissenschaftliche Analyse dezentraler Wasserstofferzeugung und -nutzung

Projekt-Schlussbericht

Abstract

Das Teilvorhaben der FSU Jena analysierte die sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen für den Markthochlauf einer dezentralen Wasserstoffwirtschaft in der h2-well Region. Schwerpunkte waren die Transformation der Stahlindustrie, politische Strukturen und Institutionen, zivilgesellschaftliche Partizipationsprozesse sowie die Entwicklung eines hybriden Markthubs. Ziel war die Erarbeitung praxisorientierter Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Das Vorhaben wurde im Rahmen des BMFTR-Programms "WIR! - Wandel durch Innovation in der Region" als Verbundprojekt mit der Bauhaus-Universität Weimar und SolarInput e.V. durchgeführt. Die FSU verantwortete die sozialwissenschaftliche Perspektive und brachte Expertise in Arbeits- und Industriesoziologie ein.

Zentrale Ergebnisse sind das Konzept des Transformationskorporatismus sowie ein Mehrebenenmodell, das die Konfliktachsen des Wasserstoff-Markthochlaufs auf internationaler, supranationaler, nationaler und regionaler Ebene systematisiert und den besonderen Handlungsdruck auf der regionalen Ebene sichtbar macht. Die empirischen Fallstudien und Expert:innenbefragungen zeigen, dass der Preis das dominierende Hemmnis für den Einsatz von grünem Wasserstoff bleibt, während dessen Speicher- und Flexibilitätsfunktion für ein auf erneuerbaren Energien basierendes Stromsystem sowie der Einsatz in schwer elektrifizierbaren Bereichen (No-regret-Anwendungen) prioritär sind. Als besonders vielversprechender partizipativer Ansatz wurde die Wasserstofferzeugung aus Biogas identifiziert, die im Kontext neuer EU-Regelungen zum Carbon Management zusätzliche Relevanz gewinnt. Die Ergebnisse wurden in einer interaktiven Akteurslandkarte, der digitalen Wissensplattform H2Thek und im praxisorientierten Leitfaden "Grüner Wasserstoff für Industrie & Energie" gebündelt, der sektorenspezifische Handlungsempfehlungen für Stahl- und Zementindustrie, Wärmeversorgung sowie Abwasserreinigung bereitstellt.

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