Geschäfts- und Finanzierungsmodelle von staatlich organisierten Datentreuhändern für Gesundheitsdaten - GUIDERS
Sachbericht zum Verwendungsnachweis
Date
Authors
Editor
Advisor
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Other Versions
Link to publishers' Version
Abstract
In Deutschland und Europa fallen täglich große Mengen an Gesundheitsdaten an. Gegenwärtig liegen die meisten Gesundheitsdaten in Deutschland oft noch in Datensilos bei den Kliniken oder anderen Datenerhebenden wie zum Beispiel medizinischen Leistungserbringern.1 Ein Modell für den Zugang und die Nutzung von Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken, das in der wissenschaftlichen Diskussion erörtert wird, ist das Modell des Datentreuhänders. So sehen auch die „Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege“ des Bundesministeriums für Gesundheit und das verabschiedete Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) den Aufbau einer staatlich organisierten, zentralen Datenzugangs- und Koordinierungsstelle vor, die Wissenschaftlerinnen und Akteurinnen der forschenden Gesundheitswirtschaft Zugang zu Forschungsdaten aus verschiedenen Quellen (z. B. Krebsregister, Krankenkassendaten) in sicheren Verarbeitungsumgebungen ermöglichen soll.2 Konkrete Anforderungen an die datentreuhänderischen Modelle, die in den Gesetzgebungen vorgesehen sind, sind jedoch nur bedingt festgelegt. Insbesondere die ökonomische Perspektive in Form von Geschäfts- und Finanzierungsmodellen für die dauerhaften Strukturmaßnahmen wie die technische Infrastruktur oder das Personal der Institutionen sind dabei noch wenig definiert. Bisher gibt es noch kein (etabliertes) Geschäfts- und Finanzierungsmodell für Datentreuhänder, auch wenn durchaus bereits Modellansätze diskutiert werden. Blankertz3 beispielsweise führt Entgelte der Datennutzenden, Förderungen durch Stiftungen, staatliche Gebührenreglungen oder die Finanzierung aus Steuermitteln als mögliche Finanzierungsmodelle an.4 Daneben leisten Arlinghaus et al. einen Beitrag hinsichtlich der Einordnung der Geschäftsmodelle staatlicher und privatwirtschaftlicher Datentreuhänder.5 Lindner und Straub diskutieren darüber hinaus Subskriptions- oder Pay-per-Use-Modelle als Preismodelle für datentreuhänderische Organisationen.6 Der EHDS geht noch einen Schritt weiter und definiert in Artikel 67 erste Grundlagen für die Finanzierung der Sekundärdatennutzung elektronischer Gesundheitsdaten.7 Grundsätzlich fehlt jedoch eine systematische Aufbereitung verschiedener Geschäfts- und Finanzierungsmodelle von Datentreuhändern im Allgemeinen und Gesundheitsdatentreuhändern im Spezifischen. Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, neue Ansätze für die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle sowie möglicher Finanzierungsmodelle von staatlich organisierten Datentreuhändern, insbesondere in Bezug auf Gesundheitsdaten, zu entwickeln.
