Verbundvorhaben: DAM Schutz und Nutzen: MGF Ostsee - Ausschluss mobiler grundberührender Fischerei in marinen Schutzgebieten der Ostsee; Vorhaben: Untersuchungen zur Änderung der benthischen und demersalen Fischfauna nach Ausschluss mobiler grundberührender Fanggeräte sowie Entwicklung nicht-invasiver Monitoringverfahren
Projekt-Abschlussbericht : DAM Pilotmission - Schutzgebiete Ostsee II
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Abstract
Die mobile, grundberührende Fischerei (MGF) stellt für benthische Systeme ein bedeutendes Störungs‑ und Veränderungspotenzial dar. Kurzfristige Effekte wie die Resuspension von Sedimenten können ebenso wie langfristige Veränderungen der Lebensgemeinschaften auftreten, wenn Fischerei mit mobilen grundberührenden Fanggeräten in sensiblen Bereichen ausgeübt wird. Um die durch die EU‑Habitatrichtlinie geschützten Habitattypen "Riffe" und "Sandbänke" in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Ostsee zu schützen, wurden fünf Natura-2000-Gebiete eingerichtet, in denen der Einsatz von MGF entweder ganz oder teilweise untersagt ist. Während für den Habitattyp Riff bereits klare Nachweise des Fischereieinflusses vorliegen, fehlt bislang evidenzbasierte Information für Sandbänke - hier bestand ein deutlicher Forschungsbedarf, der im Rahmen des Projekts MGF‑Ostsee II adressiert werden sollte. In der ersten Projektphase (MGF‑Ostsee I) wurde der Ist‑Zustand der benthischen und demersalen Fauna in den geplanten Schutzgebieten sowie in benachbarten Referenzflächen umfassend aufgenommen. Im Anschluss an den im Jahr 2024 vollzogenen Fischereiausschluss in den betroffenen Gebieten sollte nun geprüft werden, ob sich diese Gebiete unter Wegfall der Fangaktivitäten anders entwickeln als die unmittelbar angrenzenden jeweiligen Referenzflächen. Hierfür wurden fünf zentrale Zielsetzungen definiert: (i) die fortgesetzte, quantitative Aufnahme (Monitoring) der demersalen und benthischen Fischfauna, (ii) die Erprobung weniger invasiver Monitoring‑Methoden, (iii) die Untersuchung der nahrungsökologischen Struktur der Fischgemeinschaft, (iv) die Formulierung von Empfehlungen für ein nachhaltiges Monitoring und (v) die Quantifizierung potentieller kurz‑ bis mittelfristiger Effekte von MGF mittels eines gezielten Schleppnetz‑Experiments.
