FH-Kooperativ 2-2019: Akteurszentrierte Integration digitaler Assistenzsysteme in Prozesse, Organisationen und Lebenswelten der ambulanten Altenpflege (AIDA)
Schlussbericht (öffentlich einsehbar)
Date
Authors
Editor
Advisor
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Other Versions
Link to publishers' Version
Abstract
Das BMFTR-Forschungsprojekt AIDA untersuchte die akteurszentrierte Integration digitaler Assistenzsysteme (dAS) in Prozesse, Organisationen und Lebenswelten der ambulanten Altenpflege. Ziel des Vorhabens war die Identifikation und Analyse von Innovationsbarrieren, die Reflexion ihrer Entstehungsbedingungen aus unterschiedlichen Akteursperspektiven sowie die Entwicklung eines übertragbaren Rahmenmodells für die nutzerorientierte Implementierung digitaler Technologien in der Sozialwirtschaft. Das Projekt wurde von 2021 bis 2025 unter wissenschaftlicher Begleitung der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe durchgeführt.
Methodisch basierte die Studie auf einem partizipativen Mixed-Methods-Ansatz mit Experteninterviews, Fokusgruppen, Dokumentenanalysen, Workshops sowie der wissenschaftlichen Begleitung von insgesamt zehn Pflegehaushalten, in denen digitale Assistenzsysteme implementiert und erprobt wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden fortlaufend mit Pflegebedürftigen, professionell Pflegenden, Pflegeorganisationen und Technologiepartnern reflektiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass die erfolgreiche Implementierung digitaler Assistenzsysteme nicht allein von technischen oder finanziellen Voraussetzungen abhängt, sondern maßgeblich durch akteursspezifische und organisationale Faktoren beeinflusst wird. Zentrale Barrieren und Befähiger konnten auf den Ebenen der Pflegeempfangenden, der Pflegefachpersonen, der Pflegeorganisation sowie der Technologie identifiziert werden. Dabei erwiesen sich Ressourcen, Partizipation, Kompetenzen, Zielorientierungen und organisationale Bereitschaft als entscheidende Einflussgrößen. Barrieren und Befähiger stellen hierbei häufig gegensätzliche Ausprägungen derselben Kategorie dar.
Als zentrales Ergebnis wurde das AIDA-Rahmenmodell entwickelt. Es verbindet vier Akteursgruppen mit fünf Kategorien - Aims & Visions, Participation, Resources, Capabilities und Readiness - und bildet deren Wechselwirkungen systematisch ab. Das Modell dient sowohl als wissenschaftliches Analyseinstrument als auch als praxisorientierte Grundlage für die Planung, Umsetzung und Bewertung digitaler Transformationsprozesse in der ambulanten Pflege. Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur evidenzbasierten Gestaltung der Digitalisierung im Pflegebereich und bietet Orientierung für zukünftige Implementierungsstrategien digitaler Assistenzsysteme.
