Ergebnisse des Projekts IMANI - Gesellschaftliche Einbettung migrantischer Startups in lokale und remote Ökosysteme - Wirkungsmessung der gegenseitigen Innovativität
Abschlussbericht : Fördermaßname DATIpilot
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Abstract
Das Verbundprojekt IMANI untersuchte die wechselseitige Innovativität migrantischer Startups und ihrer lokalen Ökosysteme und lieferte dabei sowohl konzeptionellen als auch empirischen Erkenntnisgewinn. Konzeptionell wurde der klassische IOOI-Ansatz (Input–Output–Outcome–Impact) zu einem ökosystemischen, rekursiven Wirkmodell weiterentwickelt, das Innovation nicht als lineares Ergebnis einzelner Maßnahmen, sondern als ko-evolutionären Prozess versteht. Zentral hierfür war die analytische Ausdifferenzierung der Konzepte "Connectedness", "Belongingness" und "Embeddedness": Die empirische Pilotierung im Hamburger Startup-Ökosystem (Mixed-Methods-Design mit 35 auswertbaren Fragebögen und 20 qualitativen Interviews) zeigte, dass funktionale Nutzung von Ökosystemangeboten und subjektives Zugehörigkeitsgefühl deutlich auseinanderfallen - mehr als die Hälfte der Befragten nutzte Angebote, ohne sich als Teil des Ökosystems zu fühlen. Damit konnte empirisch bestätigt werden, dass "Connectedness" eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für "Embeddedness" darstellt und "Belongingness" als vermittelnde Variable fungiert. Zudem erwiesen sich Migrationserfahrung und transnationale Netzwerke als eigenständige Innovationsressourcen: Gründer:innen kompensierten lokale Zugangsbarrieren durch "Ecosystem Hopping", was individuelle Innovationsfähigkeit stärkte, lokale Rückkopplungseffekte jedoch begrenzte. Schließlich zeigte sich, dass Wirkungen im Ökosystem selten einzelnen Interventionen eindeutig zuschreibbar sind, sondern kontributionslogisch aus dem Zusammenspiel mehrerer Akteur:innen und rekursiver Feedback-Loops entstehen - ein Befund, der die Notwendigkeit kontributions- statt rein attributionsbasierter Wirkungsmessung in komplexen Innovationsökosystemen unterstreicht.
