Community Data Sprint: Dateneigner in die AVERA Community Datentreuhand einbeziehen (Com-DS); Teilprojekt A: Organisatorische Unterstützung des Datensprints und Wissenstransfer

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Die Erforschung politischer Online-Kommunikation stützt sich zunehmend auf digitale Verhaltensdaten aus sozialen Medien (Lazer et al., 2020; Theocharis & Jungherr, 2020). Besonders in der Extremismus- und Radikalisierungsforschung werden dafür Akteurs- und Accountverzeichnisse benötigt, die plattformübergreifende Beobachtungen einzelner Akteursgruppen ermöglichen (Guhl et al., 2020; Jost et al., 2023). Diese Accountverzeichnisse entstehen bislang dezentral und mehrfach redundant in einzelnen Projekten. Eine Weitergabe fand nur begrenzt statt, da Datenschutz, Forschungsethik sowie fehlende rechtliche und organisatorische Standards den Austausch sensibler Daten erschweren (Akdeniz et al., 2023; Kreutzer et al., 2024). Die daraus resultierende Reproduktion von Arbeitsaufwänden, begrenzte Nachvollziehbarkeit und uneinheitliche Datenqualität hemmen die Forschung erheblich (Lazer et al., 2020). Um diese Situation zu überwinden, wurde im Rahmen des Datenportals für die Rassismus- und Rechtsextremismusforschung die AVERA Community Datentreuhand aufgebaut (Rau et al. 2026, Jungmann et al. 2025). Das Kernprinzip der Community-Datentreuhand ist, dass Forschende Zugriff auf eine zentrale Liste von Social-Media Accounts bekommen, wenn sie sich im Gegenzug selbst verpflichten, Aktualisierungen, Korrekturen und Ergänzungen, die sie im Rahmen ihrer Datenerhebungen an den Accountlisten vornehmen, zurück in die Datenbank spielen. So soll die Accountliste aktuell bleiben und kontinuierlich erweitert werden. Indem Beiträge zur Datenbank zitierbar gemacht werden, wird die Erstellung der Listen als wissenschaftliche Leistung sichtbar und gewürdigt. Der Datentreuhänder stellt dabei einen stabilen rechtlichen und technischen Rahmen bereit, der die Kooperationshürden senkt. Die Schwierigkeit beim Aufbau eines Datenbestandes innerhalb eines community-gestützten Ansatzes, der auf der Reziprozität als primärem Anreiz für die Datenbereitstellung aufbaut, ist, dass zunächst eine initiale Datenbank aufgebaut werden muss, die einen Nutzen für die Forschungsprojekte aufweist. Da die Accounts qualitätsgeprüft in die Datenbank einfließen sollen, braucht es eine Gruppe „altruistischer“ Datengeber, die einen Beitrag in die Datentreuhand leisten, ohne selbst unmittelbar profitieren zu können. Das Projekt Com-DS setzt genau hier an. Primäres Ziel war das Onboarding von drei in der Forschungscommunity besonders sichtbaren Datenpartnern, die jeweils über umfangreiche Accountverzeichnisse aus ihren Forschungsprojekten verfügten. Durch einen konzertierten „Data Sprint“ konnte der AVERA Datenbestand quantitativ erweitert und qualitativ verbessert werden, sodass mit Abschluss des Projektes ein Verzeichnis mit einem echten wissenschaftlichen Nutzwert entstanden ist. Durch die Einbindung sichtbarer Partner wurde die Datentreuhand stärker in der Community verankert, was die Nutzung der Daten stärken soll. Die Übermittlung der Daten durch die Datenpartner wurde von GESIS und dem HBI (den Entwicklern der Community-Datentreuhand) inhaltlich und technisch unterstützt, um daraus Trainingsmaterialien zu entwickeln, die praktische Fragen bei der Übermittlung von Daten klären.

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