Sachbericht zum Verwendungsnachweis des Projekts "TUB Teaching 2.0 - Innovativer Einstieg, Professions- und Forschungsorientierung im berufsbezogenen Lehramtsstudium"

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Obwohl verschiedene Maßnahmen ergriffen wurden, um die Anzahl der Studierenden zu erhöhen und den Lehrermangel zu vermeiden, kann der Personalbedarf an berufsbildenden und allgemeinbildenden Schulen nicht regelmäßig durch grundständig ausgebildete Lehrkräfte gedeckt werden (LANGE & FROMMBERGER 2020; TERHART 2023). Hier sind vielfältige Strategien für Studierendengewinnung und Studienerfolg erforderlich. Darüber hinaus steht die Professionalisierung angehender Lehrkräfte im Fokus. Es wird beispielsweise ein fehlender Berufs-Praxisbezug in der Berufsschullehrkräftebildung kritisiert (GRUNDMANN et al. 2018). Dies ist auch auf den fehlenden Wissenschaftsbezug einiger berufsfachlicher Qualifikationen zurückzuführen (BADER 2020). Eine Einbindung betrieblicher Praxis neben der schulischen Praxis in die Berufsschullehrkräftebildung könnte hier Abhilfe schaffen. Auch wird ein Defizit bei der Entwicklung von Lernaufgaben bemängelt. TUB Teaching 2.0 schloss an die Erfolge der ersten Förderphase an, indem weiterhin die zwei Oberthemen Gewinnung und Professionalisierung von Lehramtsstudent:innen adressiert wurden. Der zweisäulige Projektaufbau aus Förderphase 1 wurde beibehalten. In Säule 1 lag der Arbeitsschwerpunkt auf der passgenauen Gewinnung heterogener Lehramtsstudent:innen, um dem bundesweit vorliegenden Mangel an gut ausgebildeten Lehrkräften, besonders im Bereich der Beruflichen Bildung und der technischen Fächer, entgegenzuwirken. Hierzu wurden geeignete, erfolgreiche Maßnahmen aus der ersten Förderphase ausgebaut. Dazu gehörten die Eruierung der Eignung weiterer Masterstudiengänge als Quereinstieg sowie die Fortsetzung der Informationsformate. Ergänzend wurde ein lehramtsspezifisches Projektmodul entwickelt und im TU Berlin-Orientierungsstudium "MINTgrün" integriert. Und im Rahmen einer qualitativen Begleitforschung wurden Strategien zur diversitätsbewussten Gewinnung identifiziert. Der Auf- und Ausbau von Kooperationen auf nationaler wie internationaler Ebene steigerte die Attraktivität der Lehramtsstudiengänge, indem Mobilität, Interkulturalität und inhaltliche Diversität erleichtert wurden. Es konnte ein Studierendenaustausch mit der NTNU Trondheim, Norwegen, und PH FHNW Basel, Schweiz etabliert werden. In Säule 2 stand die Professionalisierung zukünftiger Lehrkräfte im Vordergrund - vor allem der Kompetenzaufbau im Bereich heterogenitätssensibler Aufgaben, die bei der Gestaltung kompetenzorientierten Unterrichts eine "Schlüsselfunktion" (MÜLLER et al. 2013, 130) besitzen. Aufgaben und Arbeitsaufträge mit diagnostischem Potenzial passgenau auszuwählen und zu formulieren ist eine große Herausforderung an das fachdidaktische Können von Lehrpersonen (BAUMERT & KUNTER 2006, 489). Der Fokus lag auf dem "Aufgabendesign" im Sinne der Analyse und Entwicklung praxisorientierter, differenzierter Lernaufgaben als Basis adaptiven Unterrichts und wurde um aktuelle Querschnittsthemen (Diagnostik, Sprachbildung & Inklusion, Nachhaltigkeit, Digitalisierung) erweitert. Wurde in der ersten Förderphase in Lehr-Lern-Laboren (LLL) der praktische Bezug zu Schule und Unterricht ausgebaut, wurden in der zweiten Förderphase sogenannte Kooperations-Labore (Ko-Labs) für jede berufliche Fachrichtung und die Arbeitslehre etabliert. Durch die Ko-Labs wurde in der Arbeitslehre und den beruflichen Fächern ein zweiter Praxisbezug, zu den Berufsfeldern und der Berufswelt, hergestellt. Die Student:innen er- und überarbeiteten in den Ko-Labs in einem mehrschrittigen Design-Prozess mit unterschiedlichen Partner:innen differenzierte, handlungs- und kompetenzorientierte Lernaufgaben. Zunächst erfolgte ein Austausch mit Betrieben über Arbeitsaufgaben und -prozesse. Die im Anschluss daran konzipierten Aufgabenentwürfe wurden unter Berücksichtigung der vier Querschnittsthemen optimiert und angereichert und abschließend von den Praktiker:innen evaluiert. Ziel war es, lernortübergreifende Lehr-Lern-Arrangements zu entwickeln, in denen die Studierenden durch die Zusammenarbeit mit Praxisakteur:innen berufliche und lebensweltlich orientierte Prozesse für Schüler:innen erfahrungsbasiert didaktisch für Unterrichtsaufgaben aufbereiteten. Diese neuartige, Setting-über-greifende Kooperation sollte das in der Lehrkräftebildung vielfach bestehende Spannungsverhältnis zwischen fachakademischer Ausbildung und spezifischen professionsorientierten Angeboten auflösen und Theorie und die beiden Arten von Praxis - Schule und Beruf - bestmöglich verbinden. Zur Fortentwicklung und Verzahnung der Fachwissenschaft, der Didaktik und der Bildungswissenschaften sowie zur Verbesserung des Umgangs mit Heterogenität wurden die Querschnittsthemen in den Ko-Labs verankert, indem entsprechende Expert:innen in das Aufgabendesign einbezogen wurden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen (Ko-Lab, klassische universitäre Lehre) zur Kompetenzsteigerung bei der Aufgabenentwicklung der Student:innen wurde empirisch untersucht und so die evidenzbasierte Qualitätssicherung innerhalb der praxisorientierten Lehrkräftebildung gestärkt. Die erarbeiteten Aufgaben wurden in einem öffentlich zugänglichen Aufgabendatenpool einem breiten Fachpublikum verfügbar gemacht. Darüber hinaus stehen Handreichungen zur Implementierung der Querschnittsthemen (Diagnostik, Sprachbildung und Inklusion, Nachhaltigkeit, Digitalisierung) sowie 12 Textfälle zum Thema Diagnostik zum Download auf der Projektwebseite (https://www.tu.berlin/go56267/) zur Verfügung. Darüber hinaus wurde ein nationales Netzwerk "QLB-Netzwerk Berufliche Lehrkräftebildung" (TU Berlin, PH Freiburg, TU Dresden, Universität Siegen, Universität Stuttgart, Universität Bremen) aufgebaut.


Although various measures have been taken to increase the number of students and avoid the lack of teachers, the staffing requirements at vocational and general education schools cannot be regularly met by undergraduate teachers. A variety of strategies for student recruitment and academic success are required here. In addition, the focus is on the professionalisation of prospective teachers. For example, a lack of practical relevance in vocational school teacher training is criticised. This is also due to the lack of academic relevance of some vocational qualifications. This could be remedied by integrating company practice alongside school practice in vocational school teacher training programmes. A deficit in the development of learning tasks is also criticised. TUB Teaching 2.0 built on the successes of the first funding phase by continuing to address the two main topics of recruiting and professionalising student teachers. The two-pillar project structure from funding phase 1 was retained. Pillar 1 focussed on the recruitment of heterogeneous student teachers in order to counteract the nationwide shortage of well-trained teachers, particularly in the field of vocational education and technical subjects. To this end, suitable, successful measures from the first funding phase were expanded. These included determining the suitability of further Master's degree programmes for lateral entry and continuing the information formats. In addition, a project module specific to the teaching profession was developed and integrated into the TU Berlin orientation programme ‘MINTgrün’. And strategies for diversity-conscious recruitment were identified as part of qualitative accompanying research. The establishment and expansion of cooperation at national and international level increased the attractiveness of the teacher training programmes by facilitating mobility, interculturality and diversity of content. A student exchange programme was established with NTNU Trondheim, Norway, and PH FHNW Basel, Switzerland. In Pillar 2, the focus was on the professionalisation of future teachers - especially the development of skills in the area of heterogeneity-sensitive tasks, which have a ‘key function’ in the design of skills-oriented lessons. Selecting and formulating tasks and assignments with diagnostic potential is a major challenge for the didactic skills of teachers. The focus was on ‘task design’ in the sense of analysing and developing practice-oriented, differentiated learning tasks as the basis for adaptive teaching and was expanded to include current cross-cutting topics (diagnostics, language education & inclusion, sustainability, digitalisation). While the practical connection to school and teaching was expanded in teaching-learning labs (LLL) in the first funding phase, so-called cooperation labs (co-labs) were established for each vocational subject area and work-based learning in the second funding phase. Through the co-labs, a second practical reference to the occupational fields and the world of work was established in work studies and the vocational subjects. The students developed and revised differentiated, activity- and competence-orientated learning tasks in the co-labs in a multi-stage design process with various partners. Firstly, there was an exchange with companies about work tasks and processes. The task designs were then optimised and enriched, considering the four cross-cutting topics, and finally evaluated by the practitioners. The aim was to develop teaching-learning arrangements across learning venues in which the students worked together with practitioners to didactically prepare professional and life-world orientated processes for pupils in an experience-based manner for teaching tasks. This innovative, cross-setting cooperation was intended to resolve the tension that often exists in teacher training between academic training and specific professionally-oriented programmes and to combine theory and the two types of practice - school and work - in the best possible way. To further develop and interlink subject-specific science, didactics and educational science and to improve the handling of heterogeneity, the cross-cutting topics were anchored in the co-labs by involving relevant experts in the task design. The effectiveness of the measures (co-lab, traditional university teaching) to increase students' skills in developing tasks was empirically analysed, thus strengthening evidence-based quality assurance within practice-oriented teacher training. The tasks developed were made available to a broad specialist audience in a publicly accessible task data pool. In addition, handouts for implementing the cross-cutting topics (diagnostics, language education and inclusion, sustainability, digitalisation) as well as 12 text cases on the topic of diagnostics are available for download on the project website(https://www.tu.berlin/go56267/). In addition, a national network ‘QLB Network for Vocational Teacher Education’ (TU Berlin, PH Freiburg, TU Dresden, University of Siegen, University of Stuttgart, University of Bremen) has been established.

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