Entwicklung literaler Kompetenzen durch kontrastive Alphabetisierung im Situationsansatz (ELIKASA)
AlphaDekade : Sachbericht zum Verwendungsnachweis (VN)
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ELIKASA untersuchte den (anfänglichen) Sprach- und Schriftspracherwerb von erwachsenen Migrant:innen in der Zweitsprache (L2) Deutsch im Kontext kontrastiver Alphabetisierungskurse des KASA-Projekts. Der Fokus lag dabei auf Personen mit geringen literalen Kompetenzen in ihrer/ihren Erstsprache/n (L1). In einer quantitativen Studie sollten basale Teilkompetenzen des Lesens und Schreibens in der L2 Deutsch an drei Erhebungszeitpunkten innerhalb eines Jahres sowie wichtige Einflussfaktoren, v.a. die basale Literacy in der L1, erhoben werden. Eine qualitative Studie untersuchte den alltäglichen Umgang mit Schrift und Text in informellen Kontexten. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 wurden im Projekt mehrsprachige Erhebungsinstrumente für die L2 Deutsch und drei in diesem Kontext zentrale L1 Arabisch, Farsi-Dari, Türkisch entwickelt. Eine ebenfalls im Projekt entstandene digitale Testplattform ermöglichte eine niedrigschwellige und zeitsparende Erhebung mit dieser vulnerablen Zielgruppe, sowie eine effiziente Auswertung. Erst ab Sommer 2021 konnten umfassende Daten zur Literalität von 124 Teilnehmenden gesammelt werden, aus Zeitgründen nur an zwei Erhebungszeitpunkten innerhalb eines halben Jahres. Parallel wurden Interviews und Alltagstexte von 12 Teilnehmenden mit L1 Arabisch erhoben.
In der quantitativen Studie von ELIKASA wurden diagnostische Tests für Teilfertigkeiten des Lesens und Schreibens in der L2 Deutsch und in den L1 Arabisch, Farsi-Dari und Türkisch entwickelt und erprobt. Zusätzlich erhobene Einflussfaktoren umfassten u.a. den rezeptiven Wortschatz, das Arbeitsgedächtnis und Daten zur Sprach- und Bildungsbiographie sowie zum Input der TN in der L2. In der Auswertung des Samples zeigte sich, dass die Mehrheit der Teilnehmenden bereits über grundlegende Deutschkenntnisse und z.T. fortgeschrittene literale Kompetenzen in ihrer L1 verfügten. Die statistische Auswertung der quantitativen Daten (u.a. mittels SEM) unterstützte die Annahme, dass die Testinstrumente wie angenommen Teilaspekte eines gemeinsamen Konstrukts messen, welches als „basale Literalität“ definiert wurde. Das Hauptergebnis der statistischen Analyse ist, dass die Literalität in der Erstsprache einen signifikanten Effekt auf die Literalität in der L2 Deutsch hat. Die qualitative Interviewstudie zeigte, wie voraussetzungsreich erfolgreiches literales Handeln im Alltag ist und erhob für die Zielgruppe relevante Textsorten, sowie Ressourcen und Strategien. Die Ergebnisse beider Teilstudien unterstreichen die Relevanz des Einbezugs der Erstsprache in die zweitsprachliche Alphabetisierung im Deutschen, wie sie im kontrastiven Ansatz des KASA-Projekts erfolgreich umgesetzt wurde. Das Projekt ELIKASA trägt zum besseren Verständnis basaler literaler Kompetenzen im Zweitspracherwerb erwachsener Migrant:innen bei. Die entwickelten Instrumente können zukünftig in der Forschung sowie in DaZ-Alphabetisierungskursen eingesetzt werden.
