Verbundprojekt BalticMINT - Aufbau und Etablierung eines regionalen MINT Clusters zur Bündelung, Vernetzung und den Transfer vorhandener MINT-Angebote in der Region Rostock; Teilvorhaben: Clusteraufbau und Verstetigung
Schlussbericht
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Abstract
Das Ziel des Projekts "BalticMINT" war der Aufbau einer koordinierten Cluster- und Transferstruktur für außerschulische MINT-Bildung im Freizeitbereich der Region Rostock. Ausgangspunkt war eine ausgeprägte Stadt-Land-Disparität: Während in der Hansestadt Rostock leistungsfähige MINT-Akteure vorhanden waren, fehlten im Landkreis Rostock Sichtbarkeit, Erreichbarkeit und Ausstattung von Freizeitangeboten mit MINT-Bezug. Im Projektverlauf wurden ein regionales Akteursnetzwerk aufgebaut, mobile Experimentierkoffer entwickelt und verliehen, Fachkräfte nach dem Train-the-Trainer-Prinzip qualifiziert sowie eine digitale Bündelungsinfrastruktur (Dachmarke und Website) etabliert. Im Bereich Netzwerk und Cluster gelang die Verdichtung des regionalen MINT-Clusters über wiederkehrende Cluster-Treffen (2023, 2024, 2025) mit jeweils rund 50 Akteur:innen aus Jugendarbeit, Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Kommune; 2025 erstmals mit Begleitausstellung aus der Wirtschaft. Die digitale Bündelung erfolgte über die 2024 online gegangene Dachmarken-Plattform www.baltic-mint.de als Single Point of Contact mit perspektivischer Erweiterung zu einem Buchungs- und Ausleihraum. Als zentrales Transferinstrument wurden insgesamt 23 mobile Experimentierkoffer und Module bereitgestellt. Die Qualitäts- und Bedarfsarbeit der Europäischen Fachhochschule umfasste 16 Expert:inneninterviews bis Ende 2023 sowie 204 ausgewertete Rückmeldungen von Kindern und Jugendlichen, ab 03/2024 zusätzlich digital erhoben. Als Transferprodukt mit Genderfokus wurde eine Handreichung zu mädchen-orientierten MINT-Angeboten entwickelt und an rund 80 Einrichtungen verteilt. Die Qualifizierung erfolgte über Train-the-Trainer-Formate in zwei Batches (je 4 Informationsveranstaltungen) ergänzt um praxisnahe Kurzworkshops. Hospitationen an etablierten Lernorten (u. a. Schülerforschungszentrum Gelbensande, Schülerlabor für Chemie Groß Lüsewitz) dienten als Qualitätsanker. Erprobung und Multiplikation erfolgten u. a. über die VHS-Summerschool / Campus-Talent 2025 mit insgesamt 100 Kindern über drei Wochen. Die Wirtschaftseinbindung und Berufsorientierung basierte auf einer systematischen Unternehmensansprache (Adresspool > 400 Kontakte, > 120 Anschreiben in 2025, Präsentationen bei ca. 25 großen Arbeitgebern), Vor-Ort-Formaten (u. a. Werksbesichtigung Liebherr Rostock, Besuch bei H2APEX) sowie einem gestuften Patenschaftsmodell (Gold/Silber/Bronze). Für die Verstetigung wurde ein vierstufiges Betreibermodell entwickelt (Geschäftsstelle/Koordination, digitale Infrastruktur, Produkt- und Serviceportfolio, Finanzierungsarchitektur). Eine zentrale Lernerfahrung ist, dass eine rein wirtschaftsgetriebene Finanzierung nicht hinreichend tragfähig ist; erforderlich ist ein Mischmodell aus kommunaler Einbindung, Unternehmensbeiträgen und Erlösbausteinen. BalticMINT wirkte in der Region vor allem als Infrastrukturleistung: Transaktionskosten für Kooperationen wurden gesenkt, Einrichtungen "MINT-fit" gemacht und niedrigschwellige, handlungsorientierte Lerngelegenheiten in vertrauten Sozialräumen geschaffen.
