Retail4Multi-Use - Untersuchung von Mehrfachnutzungskonzepten an Ladesäulen im Einzelhandel
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Abstract
Das Forschungsprojekt Retail4Multi-Use zeigt, dass Mehrfachnutzungskonzepte an Einzelhandels- und Bürostandorten die Effizienz der Ladeinfrastruktur steigern und den öffentlichen Straßenraum entlasten können. Gleichzeitig bestehen weiterhin organisatorische, rechtliche und zeitliche Hürden bei der Umsetzung von Ladekooperationen.
Ohne Mehrfachnutzung ergibt sich für Berlin ein stark wachsender Ladebedarf: rund 192.000 Ladepunkte bis 2035 und etwa 328.000 bis 2045 sowie ein jährlicher Energiebedarf von knapp 2 TWh bzw. rund 2,9 TWh. Durch Mehrfachnutzung sinkt der Bedarf an öffentlichen Ladepunkten um 2,3 % (Multi Use) und bis zu 18,9 % (Multi Use Flex). Die Auslastung im Einzelhandel steigt dabei von 60 kWh/Tag auf bis zu 211 kWh/Tag, an Bürostandorten von 22 kWh/Tag auf 98 kWh/Tag. In der Übertragbarkeitsanalyse für Stralsund zeigt sich ein geringerer, aber klarer Effekt (–5,3 % Bedarf im öffentlichen Raum).
Auch das Stromnetz profitiert: Die Netzaufnahmefähigkeit verbessert sich um etwa 3 %, und der Netzausbaubedarf sinkt um 4,26 %. Zur praktischen Umsetzung stehen eine frei nutzbare Matchingplattform sowie die Handreichung DIN SPEC 91495 bereit. Da Ladekooperationen weiterhin schwer realisierbar sind, kann eine gezielte Förderung helfen, Hemmnisse abzubauen und das Potenzial von Mehrfachnutzungskonzepten besser auszuschöpfen.
