Kultur als Transformations- und Resilienzfaktor in ländlichen Räumen - KulTRes
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Abstract
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Kultur als Transformations- und Resilienzfaktor in ländlichen Räumen“ (KulTRes) wurden zwischen März 2023 und Dezember 2025 die Wechselwirkungen zwischen kulturellen Aktivitäten, gesellschaftlichen Transformationsprozessen und regionaler Entwicklung in drei ländlich geprägten Untersuchungsregionen analysiert: dem Burgenlandkreis, dem Kreis Höxter und der Prignitz. Zentraler Bestandteil des Vorhabens war die Kombination aus qualitativen und quantitativen Erhebungs- und Auswertungsverfahren. Aufbauend auf einer umfassenden Sekundäranalyse wurden leitfadengestützte Interviews mit Akteuren aus Kultur, Verwaltung und Zivilgesellschaft durchgeführt. Bis Dezember 2024 wurden im Burgenlandkreis, Landkreis Prignitz und Kreis Höxter insgesamt 58 Interviews mit Expert:innen aus interdisziplinären Feldern geführt, dabei vorwiegend mit Akteur:innen, die sich haupt- oder nebenamtlich im Kulturbereich betätigen. Ergänzt wurden die Interviews durch standardisierte Online-Befragungen sowie Workshops in den Untersuchungsregionen. Die Ergebnisse zeigen, dass ländliche Räume im Untersuchungszeitraum von einer Überlagerung mehrerer Transformations- und Krisenprozesse geprägt waren. Neben langfristigen Entwicklungen wie dem demografischen Wandel und strukturellen Anpassungsprozessen wirkten Krisenereignisse, vor allem die COVID-19-Pandemie und migrationsbezogene Dynamiken, als Katalysatoren für Veränderungen in kulturellen Strukturen und Teilhabeformen. Gleichzeitig konnte herausgearbeitet werden, dass kulturelle Aktivitäten eine zentrale Rolle für die Stabilisierung und Weiterentwicklung ländlicher Räume einnehmen. Kultur fungiert als sozialer Anker, stärkt lokale Identität und Zugehörigkeit und trägt zur Aktivie-rung zivilgesellschaftlicher Netzwerke bei. Insbesondere niedrigschwellige, gemeinschaftsorientierte Formate erwiesen sich als wirksam für die Förderung von Teilhabe und Selbstwirksamkeit. Ein weiteres zentrales Ergebnis ist die hohe Bedeutung von intermediären Strukturen und engagierten Einzelakteuren für die Aufrechterhaltung kultureller Angebote. Zudem zeigen sich strukturelle Herausforderungen, etwa im Hinblick auf Ressourcenverfügbarkeit, Nachwuchsgewinnung (vor dem Hintergrund der Überalterung des Ehrenamts) und institutionelle Unterstützung.
