SEMSAI - Selbstreferenzielle Multiskalenmodellierung und -simulation der Ausbreitung schwerer Infektionskrankheiten
Kurzbericht/Abschlussbericht
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Abstract
Ziel des SEMSAI-Verbundprojekts war die multidisziplinäre Untersuchung des Prognoseparadoxons bei schweren Infektionskrankheiten: Wenn Prognosen das Verhalten der Bevölkerung beeinflussen, können sie sich selbst entwerten und damit potenziell das Vertrauen in wissenschaftliche Aussagen untergraben. Um dieses Spannungsfeld zwischen Modellierung, Kommunikation und Verhalten angemessen zu erfassen, wurden Ansätze aus der Katastrophenforschung, Sozialpsychologie, mathematischen Modellierung und agentenbasierter Simulation zusammengeführt.
Kernanliegen war es, komplexe Wechselwirkungen zwischen individueller Verhaltens-dynamik, kommunikativen Interventionen und epidemiologischen Entwicklungen realistisch abzubilden und auf ihre Konsequenzen für Modellprognosen zu untersuchen. In diesem Rahmen sollte die Mikrosimulation sozialwissenschaftlich fundiert ausgestaltet werden und in einen multiskaligen Modellierungsansatz eingebettet sein, der Rückkopplungen zwischen individuellen und aggregierten Ebenen berücksichtigt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienten auch der Verbesserung strukturierter Vorhersagemodelle, etwa in Form von Strukturgleichungsmodellen zur Bewertung nicht-pharmazeutischer Maßnahmen
