Optimierung der Risiko- und Krisenkommunikation von Regierungen, Behörden und Organisationen der Gesundheitssicherung (MIRKKOMM); Teilvorhaben: Analyse der Rezeption multimodaler Krisen- und Risiko-kommunikation durch Bürger*innen und Behördenmitarbeiter*innen (symbolisch-relationale Perspektive)
BMBF-Schlussbericht – Teilvorhaben 5 im Projekt MIRKKOMM
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Abstract
Soziale Medien haben sich in der COVID-19-Pandemie zu einem relevanten Informationsraum entwickelt, sowohl für die Behörden als auch für die Bevölkerung. Allerdings kommunizieren die Behörden in den Sozialen Medien während der Pandemie nach einem Defizitmodell, das davon ausgeht, dass die Akzeptanz von Schutzmaßnahmen durch Wissenserweiterung auf Seiten der Bevölkerung beeinflusst werden kann. In der Wissenschaftskommunikation, in der dieses Modell entwickelt wurde, hat sich gezeigt, dass eine epistemische, rein auf Wissensvermittlung ausgerichtete Kommunikation den emotionalen, partizipativen und interaktiven Erwartungen der Bevölkerung nicht entspricht. Um der Gefahr einer Infodemie wirksam entgegenzutreten, vor der die WHO bereits zu Beginn der Pandemie im Februar 2020 gewarnt hat, müssten Behörden in einer Krise wie der Pandemie folgende Maßnahmen ergreifen: eine Standardisierung der Kommunikation hinsichtlich Design, Berücksichtigung der psycho-sozialen Befindlichkeiten der Bevölkerung, multimodale Orchestrierung und Timing, Anpassung der Kommunikation an die Plattformlogiken Sozialer Medien, Moderation der Kommentarräume zu den Behördenbeiträgen sowie eine Verstärkung der Debunking-Strategie.
