Digitale Lernlabore für Anhalt (DiLeLA)
Schlussbericht zum Verbundprojekt
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Abstract
Das Verbundprojekt "Digitale Lernlabore für Anhalt (DiLeLA)" verfolgte das Ziel, die MINT-Bildung mit besonderem Schwerpunkt auf der Informatikbildung in der Region Anhalt nachhaltig zu stärken. Die Zielregion umfasst die überwiegend ländlich geprägten Gebiete rund um die Standorte der Hochschule Anhalt in Bernburg, Dessau und Köthen. Vor Beginn der Förderung bestanden dort nur wenige außerschulische Bildungsangebote im Bereich Informatik, sodass die Region als "weißer Fleck" im Bereich der MINT-Förderung betrachtet werden konnte. Vor diesem Hintergrund sollte ein leistungsfähiges regionales Netzwerk aufgebaut werden, das Bildungsakteure, Schulen, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenführt. Gleichzeitig sollten attraktive Bildungsangebote geschaffen werden, die Kinder und Jugendliche frühzeitig für Informatik und digitale Technologien begeistern, ihre Kompetenzen fördern und ihnen berufliche Perspektiven im MINT-Bereich aufzeigen. Das Projekt wurde im Verbund von der Hochschule Anhalt als Verbundleitung, dem Cluster IT Mitteldeutschland e.V. sowie der Stadt Köthen (Anhalt) durchgeführt. Die Förderperiode 2024 bis 2025 schloss unmittelbar an die erste Projektphase von 2021 bis 2023 an und konzentrierte sich insbesondere auf die Weiterentwicklung, Verstetigung und nachhaltige Verankerung der bereits aufgebauten Strukturen. Die Projektarbeit beruhte auf zwei eng miteinander verzahnten Säulen: dem Ausbau regionaler Netzwerkstrukturen sowie der Entwicklung und Durchführung von Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Im Bereich der Netzwerkarbeit wurden bestehende Kontakte der Verbundpartner systematisch zusammengeführt und weiterentwickelt. Regelmäßige Abstimmungen zwischen den Projektpartnern ermöglichten eine koordinierte Umsetzung der Maßnahmen. Gleichzeitig wurden bestehende regionale Netzwerke genutzt, um das Thema MINT-Bildung dauerhaft in Bildungs-, Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen zu verankern. Ergänzend wurde die Stadt Dessau-Roßlau als kommunaler Kooperationspartner eingebunden und erfolgreich in die Aktivitäten integriert. Parallel dazu wurden bestehende Bildungsangebote fortgeführt, erweitert und gezielt um neue Formate ergänzt. Das Angebotsspektrum reichte von niedrigschwelligen Workshops über regelmäßige Arbeitsgemeinschaften und Ferienangebote bis hin zu mehrtägigen Informatikcamps für besonders interessierte und talentierte Jugendliche. Inhaltlich wurden Themen wie Programmierung, Spieleentwicklung, 3D-Modellierung, Mikroelektronik, Datenbanken, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der engen Zusammenarbeit mit Schulen. Zahlreiche regionale Bildungseinrichtungen wurden als Partner gewonnen, wodurch Angebote langfristig in schulische und außerschulische Bildungsstrukturen eingebunden werden konnten. Darüber hinaus wurden neue Zielgruppen erschlossen, beispielsweise durch die Durchführung von Workshops in Jugendclubs und kommunalen Einrichtungen. Zur Qualitätssicherung wurden regelmäßig Rückmeldungen der Teilnehmenden eingeholt, Veranstaltungen ausgewertet und die Projektergebnisse gemeinsam mit den Verbundpartnern reflektiert. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Angebote ein. Im Projektzeitraum konnte ein umfassendes und vielfältiges Angebot zur Informatik- und MINT-Förderung etabliert werden. Die Bildungsangebote deckten unterschiedliche Alters¬gruppen, Interessenlagen und Kompetenzniveaus ab und ermöglichten sowohl erste Zugänge zur Informatik als auch vertiefende Fördermaßnahmen. Ein wesentliches Ergebnis ist die erfolgreiche Etablierung der Hochschule Anhalt als regional anerkannter außerschulischer Lernort für Informatik. Durch die kontinuierliche Durchführung von Angeboten und die enge Zusammenarbeit mit Schulen entwickelte sich das Projekt zu einer festen Anlaufstelle für Jugendliche, Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen. Besonders erfolgreich war die Zusammenarbeit mit den Bundesweiten Informatikwettbewerben (BWINF). Das entwickelte Informatikcamp Mitteldeutschland wurde als Begabungsförderungsangebot fest etabliert. Zudem wurde erstmals eine Landeswertung des Jugendwettbewerbs Informatik für Sachsen-Anhalt eingeführt. Dadurch konnten die Teilnahmezahlen aus Sachsen-Anhalt deutlich gesteigert und die Sichtbarkeit der Informatikförderung im Land erhöht werden. Insgesamt profitierten allein in den beiden Berichtsjahren mehr als 2.500 Jugendliche von den Angeboten des Projekts. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen überwiegend sehr positiv aus, und zahlreiche Jugendliche gaben an, dass ihr Interesse an Informatik und digitalen Themen durch die Projektteilnahme gestärkt wurde. Darüber hinaus konnten zahlreiche Bildungsmaterialien, digitale Lernangebote und methodische Konzepte entwickelt und für eine weitere Nutzung bereitgestellt werden. Die Projektergebnisse werden auch über die Region hinaus genutzt und anderen Bildungsakteuren zugänglich gemacht. Ein zentraler Erfolg des Projekts liegt im Aufbau und der nachhaltigen Stärkung regionaler und überregionaler Netzwerkstrukturen. Die Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Wirtschaft, Kommunen und Bildungseinrichtungen wurde deutlich intensiviert und institutionell verankert. Die Hochschule Anhalt brachte insbesondere ihre Kontakte zu Schulen und Bildungs-einrichtungen ein. Der Cluster IT Mitteldeutschland verankerte das Thema MINT-Bildung erfolgreich in Unternehmensnetzwerken und sensibilisierte Unternehmen für die Bedeutung früher Nachwuchsförderung im Kontext der Fachkräftesicherung. Die Stadt Köthen fungierte als wichtige Schnittstelle zu kommunalen Akteuren, Schulen und Jugendeinrichtungen und unterstützte die regionale Sichtbarkeit der Angebote. Darüber hinaus entstanden Kooperationen mit weiteren regionalen MINT-Clustern, der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, Industrie- und Handelskammern, dem Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Sachsen-Anhalt, Arbeitsagenturen, Jugendclubs sowie zahlreichen Schulen und Bildungseinrichtungen sowie den Bundesweiten Informatik-wettbewerben, der Webakademie Sachsen-Anhalt, den Lernwelten Sachsen-Anhalt und weiteren MINT-Initiativen. Die entstandenen Netzwerke bilden die Grundlage für die nachhaltige Fortführung der Aktivitäten. Zahlreiche Angebote werden künftig über bestehende Strukturen der Verbundpartner sowie weiterer Förder- und Kooperationsmodelle weitergeführt. Mit dem Projekt DiLeLA konnten somit dauerhaft tragfähige Strukturen geschaffen werden, die die MINT-Bildung in der Region Anhalt stärken, die Zusammenarbeit relevanter Akteure fördern und Jugendlichen langfristig attraktive Zugänge zu Informatik und digitalen Zukunftsthemen eröffnen.
