WiaQM - Wissenstransfer in das und aus dem Qualitätsmanagement von Studium und Lehre
fachlicher Sachbericht Universität Paderborn
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Abstract
Die Produktion, Nutzung und Weitergabe von Wissen im Qualitätsmanagement (QM) von Studium und Lehre an Hochschulen ist ein komplexer Prozess, der an der Schnittstelle unterschiedlicher organisationaler Logiken stattfindet. QM-Einheiten bewegen sich zwischen Forschung, Lehre, Verwaltung, Hochschulleitung und Fachbereichen und nehmen damit eine intermediäre Position im innerorganisationalen Informations- und Wissensfluss ein. Sie sind nicht nur Empfänger:innen wissenschaftlichen Wissens, sondern erzeugen, verarbeiten und transferieren selbst Wissen - etwa in Form von Evaluationen, Befragungen, Berichten, Prozessbeschreibungen, Beratungsformaten oder wissenschaftlichen Publikationen. Zugleich ist bislang wenig darüber bekannt, welches Wissen im QM von Studium und Lehre rezipiert wird, wie QM-Einheiten dieses Wissen weiterentwickeln und in die Organisation hinein vermitteln und unter welchen organisationalen Bedingungen Wissenstransfer gelingt oder begrenzt bleibt.
Vor diesem Hintergrund untersuchte das WiaQM-Projekt die Generierung, Nutzung, Erweiterung und den Transfer von Wissen in QM-Einheiten. Im Zentrum standen drei Forschungsfragen: Erstens wurde gefragt, welches Wissen im QM von Studium und Lehre an Hochschulen aufgegriffen, für die eigene Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung genutzt, weiterentwickelt und publiziert wird. Zweitens wurde untersucht, welches Wissen QM-Einheiten mit welchem Ziel in die eigene Organisation transferieren und wie dieses Wissen dort genutzt wird. Drittens wurde analysiert, welche Rolle Rahmenbedingungen und Kontextfaktoren für den Wissenstransfer spielen und inwiefern die organisationstheoretische Frage nach der Kopplung unterschiedlicher Organisationsbereiche hierbei erklärungskräftig ist.
Zur Beantwortung dieser Fragen wurde ein sequenzielles Mixed-Methods-Design umgesetzt. In einem ersten Arbeitspaket wurde ein bibliometrisches Mapping durchgeführt. Grundlage war eine systematische Literaturdatenbank zu deutschsprachigen Publikationen im Themenfeld Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement von Studium und Lehre. Für den Zeitraum 1996 bis 2021 wurden insgesamt 1.806 relevante Publikationen identifiziert. Um die Publikationstätigkeit von QM-Einheiten sichtbar zu machen, wurde geprüft, ob Autor:innen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einer QM-Einheit zugeordnet werden konnten. In einem zweiten Arbeitspaket wurden öffentlich zugängliche Dokumente von 17 Fallhochschulen analysiert. Dazu gehörten unter anderem Webseiten von QM-Einheiten, Organigramme, Leitbilder, QM-Ordnungen, Evaluationsordnungen, Akkreditierungsdokumente und weitere Materialien mit Bezug zu QM, Evaluation und Qualitätsentwicklung. Die Dokumentenanalyse diente dazu, öffentlich sichtbare Formen des Wissenstransfers zu erfassen und mit den später erhobenen Interviewdaten in Beziehung zu setzen. Im dritten Arbeitspaket wurden problemzentrierte Interviews mit Leitungen und Mitarbeitenden von QM-Einheiten geführt. Die Analyse folgte einem Verständnis von Wissen als sozial und organisational eingebetteter Praxis, die in Prozessen der Erzeugung, Aufbereitung, Weitergabe und Nutzung entsteht.
