WILDER - Demographische Resilienz von Wildtieren: Wie und weshalb sie sich verändert
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Abstract
Der globale Wandel stellt Wildtiere vor eine noch nie dagewesene Anzahl und Vielfalt an Herausforderungen. Das Verständnis der Gefährdung durch diese Herausforderungen ist ein Schlüsselelement zum Schutz von Wildtieren. Dazu müssen wir die demografische Resilienz von Populationen, also ihre Fähigkeit, Störungen zu widerstehen und sich von ihnen zu erholen, quantifizieren können. Die bisher zur Quantifizierung von demografischer Resilienz verwendeten Methoden beruhen auf der Annahme, dass demografische Resilienz statisch ist. Die demografische Resilienz kann sich jedoch im Laufe der Zeit als Reaktion auf Störungen ändern, und dies nicht zu berücksichtigen führt zu Ungenauigkeiten und verunmöglicht es, die Auswirkungen vergangener Störungen zu untersuchen. Ziel des Projektes WILDER war es, einen neuen methodischen Ansatz zu entwickeln und anzuwenden, der es ermöglicht, zeitliche Veränderungen der demografischen Resilienz zu quantifizieren und Störungen zu identifizieren, die die Resilienz beeinflussen. Dafür braucht es fortgeschrittene Kenntnisse in quantitativer Ökologie, Fähigkeiten, die Wildtierbiolog:innen normalerweise nicht besitzen. Diese Lücke zwischen der Wildtierbiologie und der quantitativen Ökologie haben wir mit diesem Projekt geschlossen. Wir haben ein R-Paket entwickelt, das eine zeitabhängige Quantifizierung demografischer Resilienz ermöglicht. Seine Anwendung auf Hyänen- und Fleckenkauzpopulationen zeigte, dass sowohl Zeit als auch Populationsstruktur entscheidend für Resilienz-Schätzungen sind. Eine vergleichende Analyse von 14 Tierarten zeigte, dass Unterschiede zwischen zeitinvarianten und zeitvariablen Resilienzansätzen besonders bei Arten mit kurzen Generationszeiten ausgeprägt sind. Wir haben zudem erstmals gezeigt, dass die demografische Resilienz – ähnlich wie zwischen verschiedenen Arten – auch innerhalb einer einzigen Art entlang des Lebensgeschwindigkeits-Kontinuums variiert. Außerdem haben wir die Aussagekraft der Resilienz-Messgröβe „Reaktivität“ zur Vorhersage von Populationsgrößen getestet und deren Abhängigkeit von Datenverfügbarkeit untersucht. Um quantitativer Methoden zur Messung der Resilienz zu vermitteln, haben wir mehrere Workshops und ein Symposium organisiert. Dies diente dazu, die Datenkompetenz von Nachwuchswissenschaftlern im Bereich der Ökologie zu stärken und einen engen Dialog zwischen Wildtierbiolog:innen und quantitativen Ökolog:innen zu fördern.
