Verbundprojekt CDR: Politik und Ethik der CO2-Entnahme - Carbon Dioxide Removal: Policy and Ethics (CDR-PoEt)
Schlussbericht
Date
Authors
Editor
Advisor
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Supplementary Material
Other Versions
Link to publishers' Version
Abstract
Das Verbundprojekt "CDR: Politik und Ethik der CO2-Entnahme (CDR-PoEt)" verfolgte einen prinzipienorientierten, Stakeholdergeleiteten und transparenten Ansatz zur Entwicklung und Bewertung von Politikinstrumenten zur Steuerung gezielter CO₂-Entnahme (engl. Carbon Dioxide Removal, CDR) (im Folgenden CDR-Politik). Ziel war es, die wirtschaftliche, soziokulturelle und institutionelle Machbarkeit sowie wertebasierte Wünschbarkeit verschiedener Politikinstrumente zu analysieren und anhand von Fallstudien zu ausgewählten Entnahmemethoden – Bioenergie mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (engl. Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS), Direct Air Capture mit Speicherung (engl. Direct Air Carbon Capture and Storage, DACCS) sowie Agroforstwirtschaft – politikrelevante Empfehlungen abzuleiten. Das Projektkonsortium bestand aus den fünf Verbundpartnern Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (ALU-FR), adelphi research gGmbH (adelphi), Perspectives Climate Research gGmbH (PCR), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), Climate Analytics, sowie die Stiftung Risiko-Dialog (SRD) als Unterauftragnehmer. Das Vorhaben war in fünf Arbeitspakete (AP) gegliedert, die parallel und eng miteinander verzahnt bearbeitet wurden. Die wesentlichen Ergebnisse sind: (1) CDR-Politik kann auf bestehenden Governance-Prinzipien und klimapolitischen Strukturen aufbauen; (2) die Analyse existierender Politikinstrumente zeigt, dass zur Steuerung von CDR unterschiedliche Politikinstrumente mit kontextspezifischen Stärken und Schwächen zur Verfügung stehen; empfohlen wird ein Portfolioansatz; (3) der erarbeitete Leitfaden für gute Praxis in der Stakeholder-Einbindung zeigt Ansätze und CDR-spezifische Empfehlungen für ergebnisoffene, eliberative Prozesse und den Ausgleich von Machtasymmetrien auf. Der Leitfaden wurde breit verbreitet; (4) der entwickelte Fair-Share-Rahmen unterstützt eine faire internationale und intertemporale Verteilung von Pflichten zur CO2-Entnahme anhand unterschiedlicher Gerechtigkeitsprinzipien; (5) der entwickelte Bewertungsrahmen verknüpft Überlegungen zur Machbarkeit ("kann umgesetzt werden?") und Wünschbarkeit ("sollte umgesetzt werden?") von CO2-Entnahme und ist in verschiedenen Phasen des politischen Entscheidungsprozesses anwendbar; (6) die Fallanalysen verdeutlichen, dass CDR-Politik ambitionierte Maßnahmen zur Emissionsvermeidung und -reduktion flankieren und nicht ersetzen sollte, um Glaubwürdigkeit und gesellschaftliche Unterstützung von CDR zu sichern – und wie dies Methoden-spezifisch gestaltet werden könnte; (7) Die Fallstudien zeigen zumeist Potential für CDR, jedoch bestehen erhebliche Hürden durch rechtliche Unsicherheiten, fehlende Anreize und Leitbilder (z.B. "baumfreie" Landwirtschaft). Zentrale Ziele sollten sein: rechtliche Klarheit, langfristige und nachhaltige Finanzierungsmodelle sowie Wissensaufbau und Kooperation mit CDR-Akteuren. Die Ergebnisse wurden in Form von wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Publikationen (siehe Publikationen) sowie verschiedenen Outreach-Formaten festgehalten und verbreitet.
