Schäfersee-Verfahren - Stützung oder Sanierung von Gewässern mit sauerstoffarmen Wasserkörpern und hochbelasteten Sedimenten durch Stimulierung eines klimaneutralen mikrobiellen Abbaus

dc.contributor.authorWassmann, Hartmut
dc.contributor.authorKlemz, Roman
dc.contributor.authorSzewzyk, Ulrich
dc.contributor.authorCooper, Myriel
dc.contributor.authorKosmac, Udo
dc.contributor.authorBurgold, Robin
dc.date.accessioned2026-01-26T13:41:52Z
dc.date.available2026-01-26T13:41:52Z
dc.date.issued2025-10-31
dc.description.abstractViele stehende Gewässer in Deutschland leiden unter Sauerstoffmangel und hoher organischer Belastung. Einträge von Nährstoffen und organischen Schadstoffen, insbesondere durch ungereinigtes Regenabwasser aus urbanen Einzugsgebieten, führen zu anoxischen Sedimentzonen, Faulschlammablagerungen sowie zur Bildung von Schwefelwasserstoff und Methan. Diese Prozesse verursachen Geruchsbelastungen, fördern die Rücklösung von Phosphor und Metallen, beeinträchtigen benthische Lebensgemeinschaften und beschleunigen die Eutrophierung. Das Schäfersee-Verfahren wurde entwickelt, um diese reduktiven Prozesse gezielt zu unterbinden. Es kombiniert die Dosierung von Calciumnitrat mit sauerstoffangereichertem Wasser und koppelt diese an eine kontinuierliche Online-Erfassung steuerungsrelevanter Wasserparameter. Auf dieser Basis erfolgt eine adaptive Prozesssteuerung, die die Dosierung bedarfsgerecht regelt, das Redoxmilieu stabilisiert und die mikrobiellen Stoffumsätze gezielt lenkt. Dadurch werden Sulfatreduktion sowie die Bildung von Schwefelwasserstoff und Methan weitgehend unterbunden, während Phosphor im Sediment gehalten und teilweise mineralisch gebunden wird. Das Verfahren arbeitet ressourcenschonend und klimaneutral und ermöglicht eine präzise, automatisierte Kontrolle der Gewässerprozesse. Im Forschungsprojekt wurden an drei unterschiedlichen Gewässertypen – dem Schäfersee und dem Fennsee in Berlin sowie dem Jröne Meerke in Neuss – stationäre Anlagen entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Stabilisierung der Redoxverhältnisse, einen Rückgang der Schwefelwasserstoff- und Methanbildung sowie eine sichere Bindung von Phosphor im Sediment. Begleitende Analysen der Technischen Universität Berlin belegten eine Verschiebung der mikrobiellen Gemeinschaften hin zu oxidativen und denitrifizierenden Prozessen sowie eine tendenzielle Abnahme methanbildender Organismen. Trotz vorhandener Sedimentbelastungen mit Metallen, Halbmetallen und organischen Schadstoffen (PAK, MKW, EOX) zeigte sich keine relevante Mobilisierung bedenklicher Stoffe; unter den geschaffenen oxidativen Bedingungen nahmen die Konzentrationen organischer Verbindungen tendenziell ab. Das Schäfersee-Verfahren stellt damit ein neuartiges, datenbasiertes Instrument zur Stabilisierung eutropher und kontaminierter Gewässer dar. Es ermöglicht die dauerhafte Aufrechterhaltung oxidativer Bedingungen ohne den Einsatz energieintensiver Belüftungs- oder Entschlammungsmaßnahmen und leistet einen Beitrag zur Minderung klimarelevanter Emissionen.ger
dc.description.versionpublishedVersion
dc.identifier.urihttps://oa.tib.eu/renate/handle/123456789/28607
dc.identifier.urihttps://doi.org/10.34657/27676
dc.language.isoger
dc.publisherHannover : Technische Informationsbibliothek
dc.relation.affiliationBüro Wassmann
dc.relation.affiliationTechnische Universität Berlin, Institut für Technischen Umweltschutz, Umweltmikrobiologie
dc.rights.licenseCreative Commons Attribution-NonDerivs 3.0 Germany
dc.rights.urihttps://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/
dc.subject.ddc500 | Naturwissenschaften
dc.subject.ddc600 | Technik
dc.subject.ddc000 | Informatik, Information und Wissen, allgemeine Werke
dc.subject.otherStützung von Gewässernger
dc.subject.otherResilienzstärkung in Gewässernger
dc.subject.otheradaptive Prozesssteuerung in Gewässernger
dc.subject.otherMethanminderungger
dc.subject.otherGewässerrestaurierungger
dc.subject.otherCalciumnitratger
dc.subject.otherSchäfersee-Verfahrenger
dc.subject.otherRedoxsteuerungger
dc.subject.otherKlimaresilienzger
dc.subject.otherPhosphorrückhaltger
dc.subject.otherSedimentstabilisierungger
dc.subject.otherGewässereutrophierungger
dc.subject.otherSchwefelwasserstoffger
dc.subject.otheraquatische Biodiversitätger
dc.subject.otherNitratdosierungger
dc.subject.otherDenitrifikationger
dc.subject.otherSulfatreduktionger
dc.subject.otherurbane Gewässerger
dc.subject.otherRegenabwasserger
dc.subject.otherklimaneutrale Gewässersanierungger
dc.subject.sdg6
dc.subject.sdg9
dc.subject.sdg11
dc.subject.sdg13
dc.titleSchäfersee-Verfahren - Stützung oder Sanierung von Gewässern mit sauerstoffarmen Wasserkörpern und hochbelasteten Sedimenten durch Stimulierung eines klimaneutralen mikrobiellen Abbausger
dc.title.alternativeSchäfersee-Verfahrenger
dc.title.subtitleAbschlussbericht 2025
dc.typeReport
dcterms.event.date01.05.2021–30.04.2025
dcterms.extent52, 4 Seiten
dtf.funding.funderBMFTR
dtf.funding.program02WQ1548A
dtf.funding.program02WQ1548B
dtf.funding.verbundnummer01231602
tib.accessRightsopenAccess

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