LOPRECARE (Low intensive preventive care): Niedrigschwelliges Präventionsprogramm zur Förderung der psychischen Gesundheit bei psychosozialen Belastungen über die Lebensspanne in strukturschwachen Regionen
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Abstract
LOPRECARE untersuchte die Umsetzung niedrigschwelliger psychosozialer Präventionsangebote für Familien in den strukturschwachen Thüringer Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla-Kreis. Ausgangspunkt waren regionale Versorgungsdefizite und erhöhte psychosoziale Belastungen von Familien, die durch die COVID-19-Pandemie verstärkt wurden. Aufbauend auf regionaler Vernetzung wurden eine digitale Wissensplattform, Präventionslotsinnen und das Online-Elterntraining Triple P Online etabliert. Regionale Bedarfe, Zugangsbarrieren sowie Akzeptanz und Nutzung der Angebote wurden durch Eltern- und Fachkräftebefragungen sowie Nutzungsdaten untersucht. Sieben Fachkräfte wurden als Präventionslotsinnen qualifiziert. Die Wissensplattform verzeichnete zwischen April 2024 und März 2026 insgesamt 11.743 Besuche, wobei insbesondere nach Beratungs-, ärztlichen und psychotherapeutischen Angeboten gesucht wurde. Für Triple P Online registrierten sich 76 Eltern; die Nutzung nahm mit steigender Modulzahl deutlich ab. Rund 47 % der befragten Eltern zeigten grundsätzlich Interesse an einem Online-Elternprogramm. Bei intensiverer Nutzung zeigten sich Hinweise auf positive Veränderungen psychosozialer Outcomes, die aufgrund der kleinen Prä-Post-Stichprobe vorsichtig zu interpretieren sind. Als wesentliche Zugangsbarrieren erwiesen sich weite Wege, ungünstige Öffnungszeiten und Zeitmangel. Insgesamt zeigen die Ergebnisse ein relevantes Potenzial niedrigschwelliger, digitaler und regional vernetzter Präventionsangebote für strukturschwache Regionen.
