Modell- und Demonstrationsvorhaben Hobby-Gartenbau mit torfreduzierten und torffreien Substraten auf Basis nachwachsender Rohstoffe (HOT); Teilvorhaben 2: Demonstrationsprojekte und Fachinformationen
Schlussbericht zum Verbundvorhaben
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Projektbeschreibung: Ziel des Projekts ist die deutliche Reduktion von Torf im Hobbygartenbau durch torfreduzierte und torffreie Substrate auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Untersucht werden Entscheidungs- und Anwendungsbarrieren bei Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern, um diese durch zielgruppenspezifische Kommunikations-, Schulungs- und digitale Unterstützungsmaßnahmen zu überwinden und den Anbauerfolg zu sichern. Das Vorhaben leistet einen Beitrag zu den klimapolitischen Zielen der Bundesregierung (Torfminderungsstrategie, Klimaschutzplan 2050, Klimaschutzprogramm 2030) und fördert die ressourcenschonende Nutzung biobasierter Materialien. Wissenschaftlich analysiert das Projekt die Substratwahl unter Nutzung qualitativer und quantitativer Methoden wie Interviews, Fokusgruppen, Choice-Experimente, Marktanalysen und Reallabore. Besonderes Augenmerk liegt auf der Nutzung torffreier Substrate unter Alltagsbedingungen, um praxisnahe Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Das Vorhaben wird von einem Verbund aus Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und GreenSurvey -Institut für Marktforschung durchgeführt und durch einen Expertenbeirat begleitet. Es gliedert sich in sieben Arbeitspakete: Empirische Analysen und Reallabore, Schaupflanzungen und Demonstrationsprojekte, Kommunikation auf Großveranstaltungen, Wissenstransfer an Handel und Herstellern, mediengestützte Öffentlichkeitsarbeit, digitale Anwendungsbegleitung sowie Projekt- und Datenmanagement. Erwartete Ergebnisse sind praxisnahe Handlungsempfehlungen, Schulungsformate, digitale Anwendungen und Informationsmaterialien, die die Marktdurchdringung torfreduzierter Produkte erhöhen und typische Anwendungsfehler vermeiden. Alle Forschungsergebnisse werden offen zugänglich gemacht. Das Vorhaben ist als experimentelle Entwicklung eingestuft und weist hohe Erfolgsaussichten bei geringen technischen Risiken auf. Projektergebnisse: Die Untersuchungen in den Schau- und Demonstrationspflanzungen sowie im Reallabor zeigen, dass in torf-reduzierten und auch torffreien Blumenerden sehr gute pflanzenbaulich Ergebnisse erzielt werden können, wobei ein substratspezifisch angepasstes Nährstoff- und Bewässerungsmanagement für den erfolgreichen Einsatz entscheidend ist. Hinsichtlich der Düngung konnte gezeigt werden, dass stickstoffbetonte Formulierungen zu bevorzugen sind und dass Hobbygärtner die üblichen Dosieranleitungen mit der Angabe einer bestimmten Düngermenge je Liter Gießwasser nicht richtig verstehen. Die direkte Angabe einer definierten Menge Dünger je Pflanzgefäß erwies sich als leichter umsetzbar. Die Bewässerung torfreduzierter und torffreier Substrate muss häufiger, aber mit geringerer Menge erfolgen. Hilfsmittel z. B. Wasserspeicherkästen können dazu beitragen den Mehraufwand für die Bewässerung in Grenzen zu halten. Allerdings erhöht sich dadurch sich in regnerischen Perioden das Risiko einer dauerhaften Vernässung. Zuschlagstoffe (Superabsorber, Wasserspeichergranulate, Netzmittel) erwiesen sich als wenig hilfreich. Ein Problem ist die Qualität: Analysen verschiedener im Handel erhältlichen Blumenerden zeigten eine hohe Streubreite. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Qualität von Blumenerden mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Dies gilt auch für den Qualitätserhalt: Vielfach werden die Produkte im Handel unsachgemäß gelagert, was sich negativ auf die Qualität auswirkt. Im zweiten Projektjahr wurde ein Versuch mit Containergehölzen angelegt: Alle Gehölze konnten selbst in der torffreien Erde ohne erkennbaren Mehraufwand kultiviert werden. Einzig direkt nach dem Umtopfen kam es zu größeren Probleme. Ursächlich hierfür dürften Unterschiede bei der Wasserhaltefähigkeit des torfbasierten Anzuchtsubstrats und der mineralischen Kübelpflanzenerde gewesen sein. Nachdem das Problem erkannt wurde, konnten weitere Schäden durch die Anpassung der Bewässerungsstrategie verhindert werden.
