Erzähl- und Lesekompetenz erfassen und fördern - Entwicklung einer digitalen Prozessdiagnostik mit integriertem adaptiven Förderkonzept für den Elementar- und Primarbereich (Akronym: EuLe-F)
Date
Authors
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Link to publishers version
Abstract
Die Förderung der frühen literalen Kompetenzen ist bereits im Elementarbereich, aber auch im Übergang zur Grundschule wichtig. Dabei bieten digitale Medien gerade in inklusiven Settings ein sehr gutes Differenzierungs- und Förderpotenzial. Im Rahmen des Projektes EuLe-F wurde in Projektphase I das Verfahren EuLe 4-5 (Meindl & Jungmann, 2019a) digitalisiert und zu einem prozessdiagnostischen Instrument der Erzähl- und Lesekompetenzen im Übergang vom Kindergarten in die Grundschule, der EuLeApp© weiterentwickelt. Technisch wurde diese Herausforderung unter Vergabe eines Auftrags an die Internetagentur Quellwerke realisiert, die auf die Entwicklung von Mobile Apps spezialisiert ist. Der Itempool des Verfahrens EuLe 4-5 wurde dazu maßgeblich auf über 200 Items erweitert, deren Schwierigkeiten und Trennschärfen an einer großen Stichprobe von über 350 Kindern im Alter von 4;0 bis 7;11 Jahren in frühen Bildungseinrichtungen in zwei Bundesländern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ermittelt wurden. Um die psychometrischen Eigenschaften der EuLeApp© zu überprüfen wurde die Methode des Computerized Adaptive Testing (CAT) verwendet, die auf der Item Response Theory (IRT) basiert. Auf der Grundlage dieses Ansatzes ist eine automatische Auswahl der nächsten Items möglich, die sich an dem Antwortverhalten des individuellen Kindes orientieren. Dies macht die App ökonomisch und in der Praxis einfach handhabbar (vgl. Meindl et al., 2022; Meindl et al., 2024). Darüber hinaus wurden die Sprachstandserhebungsverfahren SET 3-5 bzw. SET 5-10 sowie das LRSScreening (Endlich et al., 2019) eingesetzt, um die Validität der EuLeApp© abzusichern. Der Prototyp der EuLeApp©… … ist alterssensitiv. Alle z-standardisierten Skalenwerte unterscheiden sich signifikant in Abhängigkeit vom Testalter der Kinder (vgl. Testa et al., im Druck). … ist in der Lage, zwischen Kindern mit und ohne sprachliche Auffälligkeiten sowie mit und ohne LRS-Risiko zu differenzieren. … hat das Potenzial vier verschiedene Early Literacy-Profile zu identifizieren (Stuhr et al., 2024). Soziodemografische Elternfragebögen wurden genutzt, um die häusliche literale Lernumgebung, die maßgeblich die frühen literalen Kompetenzen der Kinder beeinflusst, zu erfassen. Um den Einfluss der Prozessqualität in den Einrichtungen kontrollieren zu können, wurden Fragebögen zur institutionellen literalen Lernumgebung zu t1 (Prätest) und t2 (Posttest) von den pädagogischen Fachkräften ausgefüllt. Der Versuch, über die SpraBi-App wöchentliche Informationen über die konkreten literalen Aktivitäten im Kita-Alltag zu erhalten, ist am Mangel personeller und zeitlicher Ressourcen der Fachkräfte gescheitert. Parallel zur Entwicklung der EuLeApp© wurden adaptive, alltagsintegrierte Fördermöglichkeiten für die Bereiche Schriftwissen, Schriftbewusstheit, phonologische Bewusstheit, Wortbewusstheit, Buchstabenkenntnis und Erzählkompetenzen bestehend aus der EuLe-Landkarte, der Förderschatzkiste, des Handbuchs zur adaptiven förderdiagnostischen Arbeit im Alltag der Bildungseinrichtungen Kita und Schuleingangsbereich, konzipiert. Entwicklung der Early Literacy-Kompetenzen ohne besondere alltagsintegrierte Förderung in den Bildungseinrichtungen wurde in Projektphase I durch einen Vergleich zwischen Prä- und Posttest
